Am Ende? In Ende! Eine Stadt mit besonderem Reiz – Ende auf Flores

„Da ist nichts!“ – Oder das Ende?

„Da ist nichts!“, erklärt uns der Fahrer. Stimmt. Da ist wirklich nichts. Nichts Besonderes. Aber genau das macht es so besonders. Für uns jedenfalls.

Wir sind am Ende. Oder in Ende. Zumindest mal ist der Hafenort Ende auf Flores der bisher südlichste Zipfel Indonesiens, den wir auf unserer Reise besuchen. Da vorne gleich ist Australien. Umgeben von hohen Bergen schmiegt sich die Stadt an das kristallklare Wasser der Sawusee. Der Legende nach sind die beiden nahgelegenen Vulkane, der Gunung Meja und der Gunung Iva, die Körper zweier Riesen, die sich einst um die gleiche Frau bemühten. Dabei verlor diese jedoch dummerweise ihren Kopf, der die heutige Pulau Ende (die vorgelagerte Insel) bildet.

Ein Fußballspiel zwischen Müll und Idylle

Ein dritter Blick auf Ende lohnt

Ende auf Flores ist auf den ersten Blick eine ganz normale südostasiatische Kleinstadt am Meer. Am hafennahen Stadtstrand aber zieht sich eine lange, weisse Linie über den groben, schwarzen Sand. Die Besucher, oft nur auf der Durchreise, gewinnen ihren zweiten Eindruck meist dann, wenn sie über die Anhäufung der Müllberge stolpern, den die Wellen auf den Strand spülen. Aber Ende auf Flores lohnt einen dritten Blick.

Auf dem Weg über Bali und die Gilis bis Flores tauchen wir hier zum ersten Mal seit langer Zeit wieder in einen Lebensalltag ein, der uns das Reisen so wertvoll macht. Touristen sind hier Mangelware. Und auch die von westlichen Reisenden bestimmte Infrastruktur fehlt. Keine Burgerrestaurants, keine Travellerabsteigen, keine stylischen Cafés. Wir treffen auf eine ungeschminkte Stadt, die dabei eine solch reizvolle Atmosphäre versprüht, dass wir am Ende in Ende stranden.

Gestrandet in Ende auf Flores

Stachelrochen zum Frühstück

Die Sonne geht hier verdammt früh auf. Das beste Licht schwindet schon fast, als wir unseren ersten frühmorgendlichen Marktbesuch starten. Nur ein Grund, weshalb wir uns auch an Morgen Nummer zwei wieder vor Sonnenaufgang aus dem Bett quälen.

Diesmal stehen wir bereits um 5.30 Uhr in den Blut- und Wasserpfützen des frischen Fangs auf dem Fischmarkt. Ein reges Treiben herrscht hier. Die Verkäufer bestücken sorgfältig ihre Auslagen. Nahezu perfekt drapieren sie die diversen Meerestiere auf ihren Tischen. Die Auswahl ist breit gefächert. Das Sortiment reicht von diversen Gross- und Kleinfischen über riesige Thunfische und diverse Krabbentiere bis hin zum Stachelrochen.

Fischmarkt in Ende auf Flores

Die Grossmarkthalle von Ende auf Flores

Nur wenige Schritte entfernt liegt der Strand. Das Pendant zur Grossmarkthalle. Hier findet der Zwischenhandel statt. Direkt vom Boot gelangt der frische Fang in grossen Tonnen auf die im Sand ausgebreiteten Planen. Die angebotene Ware ist in kleinen Häufchen aufgeschichtet, während die umherstehenden Männer sie zahlreiche Zigarettenlängen hinweg geduldig begutachten.

Eine Einladung zum Betelnuss-Kauen

Wir ziehen weiter. Gleich um die Ecke hat auch der Tagesmarkt seine Pforten schon geöffnet. Man kennt uns hier. Schliesslich sind wir schon zum dritten Mal binnen 1 1/2 Tagen an diesem Ort. Eine Einladung zum Betelnuss-Kauen, die ich bei unserem ersten Besuch nicht ausschlagen kann, ist ein kleines, amüsantes Highlight dieses Markttages und zieht das Publikum an.

Zeigt her eure Zähne - Einladung zum Betelnuss-Kauen

Überall ein freundliches „Hallo“ und „Guten Tag“, neugierige Blicke und hier und da ein wenig feilschen, bevor wir vollbepackt in der frühmorgendlichen Hitze den Weg zum Frühstück antreten.

Auch das Reisen fordert seinen Tribut

Einen Zwischenstopp braucht es jedoch noch, bevor ich meiner Kaffeelust nachkommen darf. Über ein Jahr auf Reisen fordert seinen Tribut. In vielerlei Hinsicht. Vor allem aber sieht man es unseren Klamotten an. Nicht zuletzt Stephan´s Hose, die nicht zum ersten Mal genäht werden muss. Doch wo, wenn nicht bei dem netten Herren in der Garagendurchfahrt, könnten wir es besser treffen. Ich erblasse vor Neid beim Anblick dieses (leider nicht besonders gepflegten) Schmuckstücks von Nähmaschine mit samt altem Tisch. Gemächlich flickt der Schneider den Schaden und hält einen freundlichen Plausch mit uns. Stephan thront währenddessen leicht bekleidet auf einer Holztruhe und gibt eine amüsante Figur für die Passanten ab. 🙂

Ende zieht uns in den Bann

Das Hafenareal Endes zieht uns mächtig in den Bann. Ob Markt, Fussball am Strand oder ein Plausch mit den Jungs am Kai. Dieser Ort, seine Menschen, das Panorama geben Ende auf Flores eine ganz besondere Note. Aus unserer Sicht.

Eingefangen vom Local Life in Ende bleiben wir gleich drei Nächte in der Stadt. Und auch, wenn das schmutzige Stadtleben manchen Reisenden abschreckt, die Umgebung von Ende auf Flores ist ein absolutes Highlight der Landschaften, die uns auf der Insel begegnen. Grüne Dschungelflächen, hohe Berge und einsame, traumhafte Vulkansteinstrände. Wir können uns gar nicht satt sehen.

In fröhlicher Gesellschaft – Ein Strandnachmittag in Ende auf Flores

Dicht am Rand der Klippe stehen ein paar einfache Hütten aus Holz. Unterhalb am langen, schwarzen Strand tummelt sich eine Schar spielender, fröhlich lachender Kinder. Eingehüllt von Sand und Dreck in jeder Hautritze, posieren die kleinen Damen und Herren stolz vor Stephan´s Kamera.

Wir sind irgendwo ausserhalb der Stadt. An einem dieser wunderschönen Strände. Während Stephan seine Freude am Foto-Shooting hat, lerne ich mit den älteren Jungs und Dorfbewohnern Bruchstücke der indonesischen Sprache. Einer der Teenager untermalt die friedliche Spätnachmittagsstimmung mit den Klängen seiner Gitarre. Was wollen wir mehr?

Hier geht es weiter.

In Ende aber noch nicht am Ende - Die Reise geht weiter!

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