Khoptschai lalai, lailalai, lai, lai, lai, lai… – Unsere Zeit zwischen Luang Prabang und Bangkok

Wie alles beginnt…

Es ist Anfang März 2017 im Norden Thailands, als wir den fast brav wirkenden, jungen Mann mit den rotblonden Löckchen, den strahlenden Augen, und dem verschmitzten Lächeln im Gesicht kennenlernen, mit dem er nicht nur jede Schwiegermutter und Grossmutter um den Finger wickeln kann. Lukas tritt in unser Leben.
Erst einen Monat und einige Begegnungen mit Lukas und seinem Freund Patrick später, machen wir auf dem Weg in den hohen Norden von Laos die Bekanntschaft mit den zwei lebensfrohen, süssen Italienerinnen Giorgia und Sara.

… und sich die Puzzleteile langsam zusammenfügen

Luang Prabang, Pi Mai, April 2017: Irgendwo auf der Strasse zwischen all den Wassermassen, die das Pi Mai, das laotische Neujahrsfest, zutage fördert, finden wir uns wieder. Lukas und Patrick mit ihrem Motorradkumpel Malo im wilden Wasserschlachten-Chaos. Sara und Giorgia, entzückt über das Geschehen, aber noch nicht ganz ausgestattet für das Spiel mit dem Wasser. Ein stürmisches Kennenlernen, ein zügiges Annähern der Protagonisten folgt. Stephan und ich mittendrin. Wie Puzzleteile fügen sich diese unterschiedlichen Menschen zu einem Ganzen zusammen. Jeder beschreitet seinen eigenen Weg, in eigenem Tempo, auf unterschiedliche Weise. Aber dieser Weg führt uns zusammen in die gleiche Richtung, im rein geografischen wie auch im metaphysischen Sinne. Unsere Zeit ist gekommen.

Treffpunkt? Natürlich in unserem Garten!

Fast einen Monat reisen wir gemeinsam. Mal mit dem Einen, mal mit dem Anderen, mal mit allen zusammen. Sind wir in Luang Prabang noch im Prozess, eine Basis zu stabilisieren, leben wir in Vang Vieng schon in einer kleinen Kommune zusammen. Stephan und ich haben endlich wieder einen „eigenen“ Garten vor der Tür. Und wie zuhause, findet man sich hier zusammen. Bei Musik, lachend und weinend, in langen Gesprächen und bei gemeinsamem Schweigen festigt sich diese besondere Beziehung zueinander mehr und mehr. Und natürlich beim Singen: Khoptschai lailai, lailalai, lai, lai, lai, lai…

Das süsse Nichtstun in der blauen Lagune

Und natürlich haben wir eine Menge Spass zusammen. Die Umgebung Vang Viengs ist ein Traum und somit ist ein Tag in einer der etlichen Lagunen Pflicht. In kristallklarem Wasser dümpeln wir mit den Mädels in der Sonne und schwingen uns wie Tarzan und Jane in das Türkisblau.

Ein etwas zweifelhafteres Must Do, das diesen Ort so berühmt und berüchtigt macht, können wir uns diesmal, mittlerweile unser dritter Aufenthalt in Vang Vieng, nicht verkneifen. Und wann, wenn nicht jetzt, könnte das Tuben in grossen LKW- Reifen ein lustigeres Abenteuer sein, als gemeinsam mit Lukas, Malo, Sara und Giorgia?

Tubing, Tanz und ganz schön viel Tamtam

Als wir auf dem Nam Xong, oberhalb der Stadt starten, bestätigt sich rasch, dass der sportliche Aspekt dem partylustigen Backpackervolk zum Opfer gefallen ist. An der ersten Bar am Ufer bleibe ich noch stur im Reifen sitzen. Schliesslich möchte ich erst einmal tuben, bevor, auch mir ist das klar, irgendwann zum Ende der Flussfahrt der Partystopp ruft. Als aber schon nach weniger als einer halben Stunde flussabwärts die nächsten Bässe näherrücken, gebe ich auf. Alles schreit nach Tanz, Musik und Kaltgetränken vor der grandiosen Kulisse der Karstberge!

Ein Besuch bei alten Freunden

Zurück in Vientiane müssen Stephan und ich unser Thailand Visum beantragen und lassen es uns natürlich nicht nehmen, unsere laotischen Freunde am Bouleplatz zu besuchen. Beo und seine Kumpels, die allabendlich vor dem kleinen Laden der Familie dem Wettkampf aus der französischen Kolonialzeit nachgehen, freuen sich offensichtlich uns wiederzusehen und sind gastfreundlich wie eh und je. Ein phänomenaler, laotischer Abend tröstet uns darüber hinweg, dass die übrigen Mitglieder unser kleinen Familie erst nach und nach in der Hauptstadt ankommen.

Willst Du mit mir fliegen? Oder lieber allein?

Nachdem erst Giorgia und Sara, dann Malo und zu guter Letzt auch Lukas und Patrick in Vientiane eintrudeln, beginnt der erste Trennungsschmerz. Lukas bleibt in Laos, Patricks Ziel sind die thailändischen Inseln, so dass wir zu Viert mit Sara und Giorgia eine ziemlich luxuriöse Zugreise im Schlafwagen nach Bangkok antreten.

Malo aber schiesst den Vogel ab. Er will Geld sparen und bis nach Bangkok trampen, uns hier aber vor seiner Abreise nach Belgien noch einmal treffen. Als wir ihn wieder in die Arme schliessen, berichtet er freudestrahlend vom letzten Teil der Strecke mit dem Flieger. Ein netter und ziemlich reicher Thai gabelt ihn am Wegesrand auf, findet ihn anscheinend hinreissend und bucht ihm, quasi im Vorbeifahren an einem Flughafen, ein Ticket in die Hauptstadt, das natürlich er bezahlt. Verrückt! Wie nur hat er das hinbekommen…

Da waren es nur noch Drei

Mit jedem Tag in Bangkok geht es auf die Abreise von Sara nach Italien und Malo nach Belgien zu. Was bleibt uns, als die letzten gemeinsamen Tage intensiv miteinander zu verbringen, zu leben, zu lachen und mal wieder zu tanzen.

Aber eine Sache wäre da noch: Die Tätowierung! Zwei Menschen, zwei Tattoos, zwei Bilder, die Zusammengehörigkeit darstellen. Giorgia und Sara nutzen die letzten Stunden, um sich nachhaltig zeichnen zu lassen, bevor wir uns alle unter Tränen, erst von Sara, dann von Malo verabschieden. Da waren es nur noch Drei. Drei, die gemeinsam in ein kleines Loch fallen. Drei, die sich gegenseitig trösten. Drei, die gemeinsam weiterreisen. Aber das ist eine andere Geschichte.

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