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Luang Prabang – Eine Stadt im Wandel der Zeit

Luang Prabang trumpft auf

Die einstige Königsstadt. Königlich trumpft Luang Prabang vor allem wegen seines Reichtums an prachtvollen buddhistischen Tempeln auf, die den Ort und dessen Umland in gold- orange glänzen lassen. Ebenso wie diese unzähligen Vats, erscheint auch der Königspalast im Herzen des Ortes, der heute das Nationalmuseum beherbergt. Imposant strahlt er würdevoll im Licht der untergehenden Sonne. Scharen junger Novizen und Mönche, die teils ihren Lebensabend längst erreicht haben, sind ein vertrautes Bild. Streifen sie langsamen Schrittes durch die Gassen oder lernen und lachen in den Klöstern, fühlt es sich an, als sei die Zeit seit hundert Jahren stehen geblieben.

Die Stadt platzt aus allen Nähten

Wir sind zum dritten Mal in Luang Prabang. Eine Stadt im Wandel Zeit. Seit unserem ersten Urlaub im Frühling 2009 und dem zweiten Besuch vor ziemlich genau sechs Jahren hat die Stadt an Schönheit und Gemächlichkeit kaum etwas verloren. Die Touristenzahlen aber haben sich um das gefühlt 10fache gesteigert. Die Unterkunftsangebote und Preise sind explodiert. Auf der Halbinsel inmitten des Zentrums hat sich ein Luxusviertel sondergleichen mit schicken Hotels und Restaurants entwickelt. Doch während andernorts die mehrstöckigen Betonklötze hochgezogen werden, sorgen restaurierte Holzhäuser und im Kolonialstil errichtete Neubauten in Luang Prabang dafür, dass das grandiose, antike Bild in den Strassen dieser Stadt erhalten bleibt. Der Nachtmarkt, früher ein kleiner, farbenfroher Spot zum allabendlichen Schlendern und Souvenir- Shoppen, hat mit den Touristenmassen eindeutig an Größe gewonnen, damit auch aber auch viel seines ursprünglichen Charmes verloren.

Der Nachtmrkt in Luang Prabang

Was wissen wir schon

Der Tourismus boomt. Aus westlicher Sicht ein positives Omen, wird doch so die Wirtschaft des Landes angekurbelt und die Armut bekämpft. Aber, was wissen wir schon? Wir treiben die Preise durch unsere Besuche in die Höhe und denken, dass wir natürlich immer mehr zahlen als die einheimische Bevölkerung- Touristenpreise eben. Stimmt sicher auch meist. Aber wir erfahren auch, wie naiv wir diesem Glauben anhaften. Zahlen wir 15000 Kip (aktuell etwa 1,75 €) für eine Nudelsuppe, muss der laotische Normalverdiener den gleichen Betrag ausgeben. Nicht schlimm, würde man denken, denn mit der Erhöhung der Lebenshaltungskosten wird auch das Einkommen proportional ansteigen. Falsch gedacht. Der gut verdienende Laote aus der Stadt kann sich leisten schick Essen zu gehen oder im Besitz eines Autos zu sein. Die Einkommensverhältnisse eines laotischen Otto- Normalverdieners oder gar der ländlichen Bevölkerung stehen jedoch in keinem Verhältnis zu den exorbitanten Preisen Luang Prabangs.

Und natürlich das Thema: Essen

Wo wir aber gerade mal wieder beim Thema Essen sind: Es geht auch in Luang Prabang günstig, zumindest aus touristischer Sicht. Wenn am Abend die Food Street öffnet und ich mir für kleines Geld mit köstlichen laotischen Gerichten den Magen füllen kann, hüpft mein Herz.

Und auch die heimischen Angebote fürs Frühstück auf dem Morgenmarkt sind mal wieder super lecker. Im Verhältnis zu anderen Orten zum Teil zwar teuer, letztlich aber immer noch sehr preiswert. Bedenkt man, dass ich zwei große Hände voll mit klebrigem Reis für um die 0,60€ erhalte. Sticky Rice in allen Varianten ist das Grundnahrungsmittel der Laoten. Ob süss mit Mango oder Kondensmilch, salzig oder mit Zucker getrocknet oder klassisch im 10 Liter- Bastkorb ohne alles. Ohne Klebereis geht nichts.

Orange- rote Kitschkulisse

Eine steinerne Treppe führt von der Spitze der Halbinsel hinab in Richtung Flussufer des Nam Khans. Ich lasse die Füsse baumeln, denn die Treppenstufen enden im Nichts. Die Wand fällt steil ab, darunter die eben in der Regenzeit noch überfluteten Gemüsefelder der Bauern. So nah und doch so weit weg scheint erscheint der Touristenrummel der Stadt in meinem Rücken. Die Einmündung des Nam Khans in seinen großen Bruder Mekong ist nur einen Steinwurf entfernt.

Rauchschwaden steigen am gegenüberliegenden Ufer des Stroms zum Himmel. Auf dessen Nebenfluss treiben lange, schmale Fischerboote auf der glänzenden Oberfläche des Wassers. Kitschig und dennoch unbestreibar fantastisch liegt die Kulisse vor mir, während die Sonne sich dem Horizont nähert und das Firmament mit einem Farbspiel aus orange- roten Tönen verzückt.

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