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Meet and Greet in Chiang Mai

Der Mythos um Chiang Mai

Was genau ist das eigentlich für eine Stadt, von der so viele Thailand- Reisende immer schwärmen, frage ich mich? Warum wirkt Chiang Mai, die Rose des Nordens, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und kulturelles Zentrum im nördlichen Thailand, so anziehend auf Touristen? Ich möchte diesen Mythos erkunden und kann mir die Frage nur beantworten, indem ich Chiang Mai selbst erkunde und erlebe. Und ich erahne, glaube nun zu wissen, was die Menschen an dieser Stadt so mögen. Es ist die Mischung, es ist das Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die diesen Ort so reizvoll machen. Um die 200 Tempel in und um Chiang Mai herum, eine Vielfalt bunter lokaler und touristischer Märkte, Bars und Restaurants und eine nette Traveller- Atmosphäre in den kleinen Gassen innerhalb der alten Stadtmauer bietet sich dem Besucher hier. Darüber hinaus eine grandiose Umgebung in den Bergen Nordthailands. Und das alles kleiner, schnuckliger, eben komprimierter als etwa in Bangkok.

Bitterkaltes Erwachen

Es ist gerade erst hell und ganz schön kalt, obwohl ich in Stephan´s Windschatten sitze, als wir auf dem Roller die kurvenreiche Strasse zu der über 1600 m hoch gelegenen Tempelanlage des Wat Phrathat Doi Suthep fahren. Würde nicht jahreszeitenbedingt ein undurchdringlicher Dunstfilm über der Stadt liegen, wäre die Aussicht auf Chiang Mai von hier aus sicher fantastisch. Aber die Anfahrt lohnt sich dennoch. In den frühen Morgenstunden sammeln sich noch wenige Touristen in den Mauern des Wats und ich kann die besinnliche Stimmung mit den ersten Sonnenstrahlen in ruhiger Atmosphäre einsaugen, während die einheimischen Gläubigen beten und ihren religiösen Ritualen nachgehen.

Gestern war Schäfchen-Zählen, heute zähle ich Wats

Allein die Dichte der Tempelanlagen auf den wenigen Quadratkilometern in der Altstadt Chiang Mais ist gigantisch. Aber auch über den Stadtgraben hinaus lassen sich gewöhnliche wie originelle, kleine und verstecke oder grosse und pompöse, oft wirklich schöne Tempel entdecken.

Der Wat Chedi Luang im Herzen der Altstadt ist ohne Frage ein Touristenmagnet, zurecht, wie ich finde. Und das nicht etwa wegen der sagenumwobenen Geschichte um einen Smaragd-Buddha. Vielmehr reizen mich die Kontraste zwischen der goldenen, prunkvollen Gebetshalle und dem mächtigen Chedi im Hintergrund der Anlage, der an den Stil der Tempelanlagen von Bagan in Myanmar erinnert.

Aber auch der Besuch des sogenannten Silbertempel, des Wat Sri Suphan, lohnt den Besuch. Obwohl für das weibliche Geschlecht Eintrittsverbot herrscht, macht schon die Aussenfassade des in Silber gehüllten Gebäude Eindruck. Stephan´s Begeisterung für das Innere des Tempels darf ich wenigstens anhand der Fotografien teilen.

Nachtmarkt-Wahn in Chiang Mai

Kunstfertigkeit oder handwerkliche Leistungen möchte ich keinem der Silberschmiede oder Weberinnen absprechen, deren Arbeiten auf den beliebten Nachtmärkten in Chiang Mai dargeboten werden. Aber auch die Mengen von Textilien und anderen Souvenirs in Massenwaren, lösen bei mir mal wieder eine Frage aus. Wer eigentlich kauft das alles? Wir reden in Chiang Mai von mindestens drei grossen touristischen Märken. Der riesige, tägliche Nightbazar, der sich von überdachten Shoppingkomplexen in die angrenzenden Strassen zieht bekommt am Wochenende noch einmal Konkurrenz.

An Samstagen öffnet ausserhalb der Stadtmauer, sonntags dann im Herzen der Altstadt, eine hell erleuchtete Walkingstreet in deren Schein sich die Besucher zwischen den Konsumgütern auf den Füssen stehen. Reizvoller erscheinen mir dann doch die lokalen Märkte, die viele Touristen zwar gleichermassen anzieht, deren tägliches Geschäft aber durch die Einheimischen geprägt ist.

Meet and Greet in Chiang Mai

Ein Meet an Greet, vor allem wohl deshalb, weil wir am Ende jeder „Veranstaltung“ ein Autogramm in Form eines Gastbeitrages für unserer Videotagebuch mit nach Hause nehmen dürfen. Aber, die Menschen, die wir treffen, dürfen sicher sein, dass dies nicht im Fokus der Begegnungen liegt, im Gegenteil, es macht uns einfach grosse Freude und ist wirklich spannend.

Allein das Treffen mit Mila, die wir vor über einem halben Jahr in der Mongolei kennengelernt haben, ist abgefahren. Eine dreitägige Gobi- Tour hat uns damals zusammengeführt, heute ist sie mit ihrem Lebensgefährten in Südostasien im Urlaub und möchte uns gerne wiedersehen, was sich für uns mal wieder so anfühlt, als würden wir Zuhause Gäste zu Besuch erwarten.

Beim Blind Date mit Florian und Michela, einem frisch in Hong Kong verheirateten Weltreise- Pärchen, dessen Kontakt sich über das Internet ergeben hat, tauschen wir spannende und interessante Reiseerlebnisse und -erfahrungen über das Leben unterwegs aus.

Wie mit alten Bekannten beim Lieblings-Italiener

Unter den verschiedenen Garküchen-Angeboten aus Pad Thai, Grillgut und diversen Suppen finden wir schnell unseren Lieblings-„Italiener“. Ein Pizza- Bäcker ist der junge Mann sicher nicht, der hier allabendlich Khao Soi zubereitet, eine traditionell mit Nudeln, Kokosmilch und Hühnchen zubereiteten Suppe, berühmt für den Norden Thailands. Und wie das so ist, wenn man Besuch bekommt, empfehlen wir unser Lieblingsrestaurant auch unseren Gästen Geraldine und Charly. Unser Kennenlernen findet eines Morgens kurz vor unserer Abfahrt in Phnom Penh statt. Den Ausschlag ins Gespräch zu kommen, gibt das Mottorad, denn auch das Paar ist mit dem Bike unterwegs. Und so kennen wir uns vielleicht eine halbe Stunde im realen Leben, darüber halten wir medialen Kontakt und verfolgen unsere gegenseitigen Reisen. Aber als wir die beiden Münchner wiedersehen, treffen wir auf zwei Menschen, mit denen wir schon ewig eine vertraute Beziehung zu führen scheinen und geniessen einen herzlichen und wunderbaren Abend bei einer köstlichen Khao Soi.

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