Mit Idealismus und durch harte Arbeit in die Zukunft Äthiopiens

Zurück in Addis haben wir uns erneut mit Solomon getroffen, der es uns ermöglicht hat, Mulu und Abebech in Sebeta, südlich von Addis, zu treffen. Auch die beiden 23 und 24 jährigen Frauen haben im Rahmen des Projektes „Female Graduate Beekeepers“ eine Ausbildung zur Imkerin genossen und arbeiten nun seit einem Jahr mit zwei traditionellen und vier modernen Bienenstöcken. Im September kommen sechs weitere hinzu und schon im Oktober erwarten die jungen Frauen ihren ersten Honig. Den hübschen Garten mit Möglichkeiten zum Anbau von Gemüse und diversen Pflanzen teilen sich die Beiden mit weiteren Imkerinnen. Der Platz wird von der Regierung gestellt, sobald die Honigproduktion jedoch profitabel wird, fällt eine Miete für das Gelände an. Durch den Aufenthalt erhielten wir viele nützliche Informationen über das Projekt, die äthiopische Bienenzucht im Allgemeinen und die damit verbundenen Möglichkeiten für die Zukunft.

Das Imkern und die Bienen sind nicht nur Teil seines Berufs, sie scheinen vielmehr seine Mission. Dies jedenfalls strahlt Solomon aus, wenn er wunderbar und mitreissend Fakten, Ideen und Überzeugungen mit Zukunftsvisionen für die Imkerei in Äthiopien vorträgt.

Durch ihn haben wir auf dem Rückweg die Chance erhalten, ein kurzes, aber spannendes Gespräch mit Adanech Mekonnen zu führen. Eine taffe, sehr beeindruckende Persönlichkeit, die das „Center for Mentally Challenged Children CMCC“ in Addis leitet. Neben einer Schule für Kinder mit Behinderung, bietet das Zentrum u.a. Elterntrainings an, besucht die Familien zuhause und arbeitet in Kooperation mit dem Gesundheitswesen. Dies ist für äthiopische Verhältnisse aussergewöhnlich und kann nur über Unterstützungen finanziert werden, u.a. durch die Kindernothilfe, die das Zentrum vor fast 30 Jahren gründete.

Die vielen gewonnen Informationen des Tages werden wir zuhause sondieren müssen. Zusammenfassend können wir aber sagen, dass wir sehr dankbar für diese neuen und interessanten Verbindungen sind und sicher nicht zum letzten Mal mit diesen Menschen in Kontakt waren.

3 thoughts on “Mit Idealismus und durch harte Arbeit in die Zukunft Äthiopiens

  1. Ich finde es sehr schön, dass hier die Arbeit von Adanech Mekonnen und Solomon gelobt wird. Ich hab ein paar Jahre in Addis gearbeitet und bin bis heute begeistet davon, mit wie viel Mut und Durchhaltevermögen die Kollegen im CMCC für das Wohl von Kindern mit geistigen Behinderungen arbeiten.

  2. Wir waren vor Weihnachten 2015 für 14 Tage bei unseren „Bienenpaten“ in Nekempte im Südwesten Äthiopiens. Mit viel Werkzeugen und Holz aus Addis Abeba haben wir uns auf den Weg gemacht, um gemeinsam vor Ort Bienenbeuten zu bauen. Es war eine tolle Zeit und wir konnten gemeinsam 14 Beuten einschließlich der Rähmchen bauen. Die Werkzeuge haben wir dort gelassen, damit die jungen Frauen weiter machen können. Obse, Ebse und Fatuma haben viel gelernt und sehr gut mitgearbeitet. Als alter Tischlermeister war ich erstaunt und bin zuversichtlich, dass die begonnene Arbeit weiter gehen wird. Unsere Aktion wurde vom Verein „Imker für Imker“ unterstützt. Solomon und Jürgen Greiling haben mit vorbereitet und insbesondere durch ihre Kenntnis der Situation vor Ort zum Gelingen der Aktion beigetragen. Dank an alle!

    • Hallo Erich,
      erst gestern haben wir uns mit Solomon und Jürgen Greiling in Addis getroffen. Sie haben mit großer Begeisterung vom Beutenbau berichtet und einige Fotos gezeigt. Durch die erlernten Fähigkeiten bietet sich den Imkerinnen nun bestenfalls eine Möglichkeit ein weiteres Einkommen zu erzielen. In diesem Fall durch den Bau und den Verkauf der Beuten. Solche Optionen scheinen für einige der jungen Frauen, besonders auch im Anfangsstadium der Imkerei, eine zusätzliche Sicherheit zu offerieren, da die Zeit bis zu einer gewinnorientierten Honigproduktion einige Jahre in Anspruch nehmen kann.
      Der aktuelle Bericht über die Besuche der Imkerinnen in Bahar Dar und Sebeta wird in den nächsten Tagen in unserem Blog erscheinen.
      Viele Grüße 
Edith und Stephan

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