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Nichts müssen, alles können – Urlaub auf Koh Chang

Koh Chang, Insel der Elefanten

Lautstark übertönt der Motor jeden Ansatz eines Gesprächs. Aber das ist nicht wichtig, denn der Blick und die Sicht, die sich uns bietet, reicht für den Moment aus. Wir sind wieder am, nein, wir sind auf dem Meer. Die grosse Autofähre rattert auf die dicht bewaldeten Berg- und Hügelkuppen zu, die vor uns aus dem Wasser ragen. Von hier aus ist die Grösse des Eilands nicht zu erahnen. Nur der schmale Nordkap der drittgrössten Insel Thailands ist sichtbar.

Die weissen Letter oberhalb der Windschutzscheiben weisen den öffentlichen Nahverkehr aus: TAXI. Die Pick-ups sind mit einer Pritsche rechts und links ausgestattet, hinzu kommen einige Stehplätze auf der Rückseite des Wagens. Vom Fähranleger aus schlängeln wir uns über die Ringstrasse in gnadenlos, steilen Serpentinen durch die bergige Welt der Elefanteninsel. Wir sind auf Koh Chang.

Unser neues Zuhause

Schwer beladen erreichen wir am frühen Mittag den Kai Bae Beach und hoffen uns einen Platz in einer der gerade durch den Check-out frei werdenden Unterkünfte zu sichern. Wir sind darauf eingestellt lange zu suchen, um ein adäquates Plätzchen zu finden. Denn der Anspruch ist hoch.

Einfach darf es sein, aber bitte sauber. Wohlfühlen wollen wir uns. Preislich darf es nicht explodieren. Und das Ganze dann bitte auch noch als hübscher Bungalow mit Meerblick und natürlich nicht im völligen Touristentrubel. Keine halbe Stunde später haben wir eine Hütte für die erste Nacht gefunden, um, so der Deal, am nächsten Tag in unser neues Zuhause ziehen zu können, das so aussieht:

Unser Bungalow direkt am Strand, Koh Chang

Die Kurzbeschreibung: Ein hübscher, naturbelassener, schlichter und sauberer Bungalow am ruhigen, von großen Bäumen bewachsenen Ende des Kai Bae Beachs. In der Nachbarschaft ein Paar hängen gebliebene Alt-Hippies und mehrere Langzeiturlauber. Eine Wohlfühloase in der 1. Reihe. Drei Meter bis zum Meer, wohlgemerkt nur bei Flut, bei Ebbe sind es ein paar Schritte mehr. Das Wasser zieht sich dann zwar nur geringfügig zurück, ist aber über weite Strecken so flach, dass man bis zur gegenüberliegenden, unbewohnten Insel fast laufen kann.

Nichts müssen, alles können

Koh Chang wird schon viele Jahre von tausenden Touristen besiedelt und auch der Kai Bae Beach macht hier keine Ausnahme. Eigentlich, da ist es wieder, dieses Wort, dass uns so eng auf unserer Reise begleitet, ja eigentlich wollen wir ja auch nur ein paar Tage hier bleiben und dann auf eine andere, weniger bevölkerte Insel ziehen. Aber eigentlich gefällt uns unserer neues Zuhause und das direkte Drumherum viel besser, als zuvor gedacht. Und eigentlich gibt es auch genug zu unternehmen auf Koh Chang. Und eigentlich wollen wir ja vielleicht auch gar nicht soviel tun…
Und eigentlich sind Pläne auf Reisen doch ohnehin nur als Orientierung gedacht. Und da meist sowieso nichts nach Plan verläuft, leben wir getreu dem Motto: Nichts müssen, alles können.

Die Elefanteninsel

Die Elefanteninsel, so die Übersetzung von Koh Chang, besticht durch ihr Panorama der hohen Berge, die hinter den weissen Stränden emporragen. Der dichte Dschungel im Kern des Eilands und zahlreiche Wasserfälle, die aber nur nach der Regenzeit zu bewundern sind, laden zum Wandern ein. Die asphaltierte Ringstrasse, die die Berge umrundet, schliesst ihren Kreis zwar nicht, sorgt aber für entspannte Rollertouren bis in die kleinen Dörfer am Ost- und Südzipfel der Insel. Und nicht zuletzt lädt das Archipel zu ausgiebigen Schnorchel- oder Tauchtouren ein.

Auf nächtlichem Entdeckungsgang

Aber, es geht auch ohne Schnorchel. Einzig eine Taschenlampe haben wir im Gepäck, als wir uns am späten Abend spontan auf Entdeckungstour begeben. Im Meer läuft es nicht anders als auf dem Land. Bei Nacht kriechen, krabbeln und schwimmen die Lebewesen aus ihren Löchern, die am helllichten Tag nicht oder nur selten zu sehen sind. Unsere Füsse plätschern im flachen, kühlen Wasser, während wir die Stirnlampen und Blicke fest auf den sandigen Untergrund richten und es so den Einheimischen gleichtun.

Zeitintensiv und frustrierend schätzen wir deren nächtliche Suche nach Kriechtieren ein. Vielleicht haben die professionellen Fänger aber auch schlichtweg ein besseres Auge für ihre Beute als wir. Uns begegnet kein Krebs, kein spannendes Meerestier. Zumindest nicht im Wasser. Erst, als wir schon aufgeben und kurz vor unserem Bungalow stehen, werden wir fündig. Ein Krebs, der sich in einem Schneckenhaus verkriecht kreuzt unseren Weg und das kleine Forscherherz des Herrn Mink geht auf.

Hummeln im Arsch? Nö!

Ziemlich genau 26 Tage bleiben uns, dann läuft unsere Aufenthaltserlaubnis für Thailand aus. Fast vier Wochen. Völlig absurd auch nur zu denken, dass wir solange an einem Ort verweilen, ohne Hummeln im Arsch zu bekommen. Ohne wirklich viel zu unternehmen. Ohne Pläne, ohne zu wissen, wo es danach hingeht. Aber wir bleiben. Ganze drei Wochen. Ich lese und lese und lese soviel, wie ich es Jahre nicht getan habe.

Stephan ist täglich fast zwei Stunden mit seinen obligatorischen Forschungsstudien beschäftigt, denn direkt vor unserer Haustür bietet sich uns ein hervorragendes Schnorchelgebiet, dass er bis in Detail erkundet. Und sonst? Hängematte, spazieren gehen, Sonnenuntergang geniessen. Und nebenbei ein wenig arbeiten. Unserem eigenen Anspruch gerecht werden, die Fotos bearbeiten, die Reiseberichte auf den aktuellen Stand bringen etc. Aber einen schöneren Computer- Arbeitsplatz finden wir wohl kaum.

Hier geht es weiter.

2 thoughts on “Nichts müssen, alles können – Urlaub auf Koh Chang

  1. Kompliment, das Insel und Strandleben steht euch wirklich sehr gut! wir könnten so richtig neidisch werden, wenn wir es nicht selber so machen würden! Weiter so! Eine super Zeit wünschen euch Ulrich und Renate

  2. das sieht fantastisch aus und klingt auch so Uns ja, pläne gibt es, um sie zu verwerfen oder sich grob an ihnen zu orientieren….. bis bald mal wieder!!!

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