Bangkok

2010/2011

Mehr als 7 Millionen Einwohner leben in Bangkok, der Großraum der Stadt umfasst mehr als 10 Millionen Menschen. Enstprechend laut und trubelig geht es hier überall zu. Thailand ist neben Malaysia sicher eines der wohlhabenderen Länder, die wir bereist haben. Während Bangkok durch zahlreiche prunkvolle, luxuriöse Gebäude (vermutlich von ausländischen Investoren finanziert) glänzt, sieht man aber auch hier die Gegensätze. Trotz der Präsenz westlichen Lebens und der Entwicklung des Landes, ist die Stadt von Armut gezeichnet. Einfachste Unterkünfte stehen neben prunkvollen Hochhäusern, Menschen arbeiten etliche Stunden am Tag, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, Bettler sind allgegenwärtig. Viele der „Häuser“, nicht nur in Bangok, sind typisch asiatisch: Ein großer, garagenähnlicher Raum mit eisernem Tor davor, in dem sich das Leben ganzer Familien abspielt: Fernsehen, Kochen, Schlafen. Aber, und das macht den Unterschied aus, in Thailand gibt es offensichtlich mehr Menschen, die mit einem gewissen Wohlstand gesegnet sind. Viele Leute besitzen Autos, etliche Thais können sich Urlaub und höhere Bildung leisten… Dinge, von denen vermutlich die meisten Menschen in Ländern wie Kambodscha und Laos nur träumen können.

Die kulturelle Seite Bangkoks haben wir während unseres dreitägigen Aufenthaltes sehr gerring gehalten. Wir besuchten den Wat Arun, sowie den Wat Pho, den Tempel des liegenden Buddhas, und haben, soweit dies unter Kultur zu verstehen ist, mit Anne und Jerome das Rotlichtviertel Bangkoks besucht. Die meiste Zeit sind wir durch die Strassen geschlendert, haben die Massagen und das pulsierende Leben der Stadt genossen.

An dieser Stelle ist ein vorläufiges Fazit unserer Reise angebracht, wobei dies gerade sehr emotional, weil wehmütig gefärbt ist. Vor Beginn der Reise haben wir uns die Frage gestellt, ob wir nach drei Monaten „on the road“ möglicherweise reisemüde und froh sind wieder nach Deutschland zu kommen. Heute wissen wir, dass dieser Punkt noch lange nicht erreicht ist und wir lieber weiter reisen würden. Natürlich gibt es Dinge auf die wir uns bei unserer Rückkehr freuen, aber der Reiz und der Wunsch weiter zu ziehen überwiegt. Umso schwerer fällt uns der Abschied von Bangkok, von wo aus wir morgen früh Richtung Qatar und weiter nach Frankfurt starten.
Die vielen verschiedenen Erlebnisse der Reise haben uns stark beeindruckt. Durch die letzten Wochen, in denen wir uns viel Erholung gegönnt haben, sind wir vermutlich etwas zur Ruhe gekommen. Immer wieder haben wir uns auch vorher auf die Zeiten gefreut, in denen wir mehrere Tage an einem Ort verweilen konnten, nicht nur wegen der körperlichen, sondern auch der geistigen Anstrengung, die eine solche Zeit mit sich bringt.
Wir sind in den letzten drei Monaten mit den verschiedensten Kulturen, den unterschiedlichsten Menschen und Orten in Berührung gekommen. Viele Eindrücke, die es zunächst zu verarbeiten gilt, was schwierig ist, wenn man stetig unterwegs ist. So sehr wir manche Ereignisse verflucht haben oder Orte und Situationen abstossend fanden, wir haben diese Reise absolut geniessen können, haben viele tolle Menschen getroffen und sind mit spannenden und völlig fremden Lebensweisen konfrontiert worden.
Es bleibt zu hoffen, dass es uns nach drei Monaten Traveln besser gelingen wird, die positiven Eigenschaften, die man sich hier zulegen muss (Gelassenheit, Geduld, Optimismus…) auch in Deutschland ansatzweise beizubehalten. Nach dreiwöchigen Reisen zerplatzt dieser Traum leider meist, sobald man wieder im Alltagsleben zurück ist. Aber wir bleiben optimistisch…

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