Die einstige Königsstadt Luang Prabang

2010/2011

Königsstadt im französischen Kolonialstil

Luang Prabang, einstige Königsstadt und heute UNESCO- Weltkulturerbe, liegt mit knapp 50000 Einwohnern im bergigen Norden von Laos am Ufer des Mekong. Obwohl in dieser Jahreszeit viele Touristen den Ort bevölkern, verliert die Stadt ihren Charme nicht.  Alte, heruntergekommene und neue schön renovierte Häuser im französischen Kolonialstil zeichnen das Bild der Strassen. Zahlreiche Vats, die buddhistischen Tempelbauten, geben Luang Prabang ein charakteristisches Bild, wie keiner anderen laotischen Stadt.


Bereits im letzten Jahr haben wir Luang Prabang und zwei weitere Städte in Laos besucht, weshalb wir uns in diesem Jahr überhaupt dazu entschieden haben, dieses fazinierende Land eingehender zu erkunden. Bisher haben sich unsere knappen Eindrücke aus 2009 nur bestätigt und auch die Vorfreude auf das entspannte laotische Leben am Mekong in Luang Prabang hat sich gelohnt.

Zeit für intensive Eindrücke

Ein Tagestrek in die nähere Umgebung hat uns in drei Hmong- Dörfer geführt. Einen kleinen Einblick haben wir zudem in eine der Höhlen bekommen, in denen während des Vietnamkrieges viele Menschen Zuflucht gesucht haben. Obwohl wir zum Ende der Tour zu einem Wasserfall gefahren sind (der uns nicht mehr so sehr reizte, da man im Laufe von verschiedenen Urlauben doch häufig welche gesehen hat), waren wir positiv überrascht auf ein wirklich sehr schönes fallendes Gewässer zu treffen. Grundsätzlich hatten wir uns ein wenig mehr von dem Ausflug erhofft, zumal die Wanderung auch nur mäßig spannend war.


Die meisten Tage in Luang Prabang verbrachten wir mit Bummeln und Beobachten. Wir haben uns auch ein Fahrrad geliehen, da diese Stadt, neben den „Hauptattraktionen“ so viele spannende kleine Schauplätze zu bieten hat. Beeindrucken kann der Ort vor Allem aber auch durch die vielen gut erhaltenen Vats und die verschiedenen Märkte: Auf dem Nachtmarkt an der Hauptstraße sitzen jeden Abend Frauen und Männer auf dem Boden und preisen in einer Lichterflut ihre schönen Waren an. Von Textilien und Schmuck, über Holzarbeiten und Stickereien bekommt man hier alles.

Während der Nachtmarkt vor allem die Touristen anspricht, kann man auf dem frühen Morgenmarkt die Einheimischen einkaufen sehen. Hier werden Alltagsgegenstände wie Seife oder Schuhe ebenso verkauft, wie Lebensmittel aller Art. Lebende Heuschrecken und Frösche bilden keine Ausnahme. Nahe beim Morgenmarkt findet am Abend parallel zum Nachtmarkt ein Essensmarkt statt. Hier kann man sich für wenig Geld in typisch schmuddeliger Strassenrestaurantatmosphäre an asiatischen Köstlichkeiten und Grillgut satt essen.

Aus dem Leben der Mönche

Das Thema Essen schafft einen guten Übergang zum morgendlichen Almosengang der Mönche. Traditionell ziehen die Scharen von schweigenden orange gekleideten Mönchen, die Luang Prabang bevölkern, morgens zu Sonnenaufgang durch die Strassen, wo die Frauen (und heutzutage auch die Touristen) an den Rändern sitzen und den Mönchen Reis, gefüllte Bananenblätter und andere Lebensmittel in die großen Suppenschüssel ähnlichen Almosenschalen hineingeben, die diese umhängen haben. Es treiben sich auch viele Kinder mit großen Eimern auf der Strasse herum, die ihrerseits auf die milde Spende der Mönche hoffen, die große Portionen an die Bettelnden abgeben.


Die Mönche dürfen bis auf wenige Dinge, wie Kleidung oder die Almosenschschale, keinen persönlichen Besitz haben, weshalb sie auf die Spenden der Bevölkerung angewiesen sind. Ob dies heute noch so streng genommen wird, bezweifeln wir eher. Dies liegt vor Allem daran, dass wir durch viele weltliche Anzeichen in den verschiedenen Tempelanlagen  (Pepsi-Cola-Kisten, Autos, viele rauchende Mönche…) irritiert sind.

Laotisches Fondue

Am Freitag haben wir uns wieder mit Anne getroffen, die auf anderem Weg nach Luang Prabang gekommen ist und von hier aus am Dienstag nach Bangkog fliegt. Mit ihr sind wir u.a. beim laotischen Barbecue gewesen, was Ähnlichkeit mit den Fondues in Malaysia und Vietnam hat. Hier allerdings werden heisse Kohlen benutzt, um eine Metallpfanne zu erhitzen, die an der Seite mit Brühe gefüllt ist, in der Mitte allerdings eine Erhebung hat, auf der gegrillt wird. Eine großartige Sache die auch von zahlreichen Laoten frequentiert wird.

Da wir wie immer natürlich kulinarisch sehr von Südostasien beeindruckt sind, hätten wir gerne in Laos einen Kochkurs besucht, der zumindest in Luang Prabang unverhältnismäßig teuer war. Da wir weiter in den Süden fahren, werden wir sehen, ob sich dort eine Möglichkeit ergibt. Das nächste Ziel wird die Ebene der Tonkrüge sein.

Zu unserer Laos Galerie geht es hier.

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