Ha Long Bucht

2010/2011

Die Ha Long Bucht liegt etwas mehr als 100 km östlich von Hanoi im Golf von Tonkin. Die fast 2000 außergewöhnlichen, traumhaften aus dem Meer herausragenden Felsformationen erstrecken sich wie Inseln in einem weiten Areal hinaus ins Meer. Teils werden sie von Höhlen durchzogen, sind von Urwald bedeckt oder bergen schöne Strände.

Unsere Reise führte uns nach einer knapp 4- stündigen Fahrt nach Ha Long Stadt. Von dort aus wurden wir in einem kleinen Boot zur Jolly Roger gebracht,  einem Schiff in antik- asiatischem Stil, auf dem wir die Nacht verbrachten. Täglich werden Massen von Menschen an einem Umschlagplatz am Hafen auf die zahlreichen ähnlich aussehenden Boote verfrachtet.
Trotz des Touristenbooms konnten wir die Fahrt in die Bucht hinein sehr geniessen. Neben entspannten Stunden an Deck des Schiffes, das langsam durch die wundersame grüne Landschaft inmitten des Meeres zog, konnten wir schwimmen und sind mit dem Kajak durch die Bucht zu einem der Strände gepaddelt.
Die Interessen der Mitreisenden differierten zum Abend: Während wir mit einigen netten Leuten (ich muss an dieser Stelle tatsächlich die Floskel „eher in unserem Alter“ benutzen) in aller Ruhe dem, für uns ersten sichtbaren Sternenhimmel der Reise, entgegenblickten, vergnügten sich die Jüngeren unter uns mit Trinkspielchen unter Deck, zu denen unserer Sunnyboy-Guide aufrief.

Nach einer ruhigen Nacht auf See klingelte bereits um fünf Uhr der Wecker, weil Stephan gerne die Ha Long Bucht im Sonnenaufgang mit der Linse einfangen wollte. Dies stellte sich aber als nicht lohnenswerten Schlafraub heraus, da die Sonne sich hinter den Felsen versteckt hielt.  Der weitere Morgen wurde mit einer Fahrt in die tieferen Ausläufer der Ha Long Bucht gekrönt, bevor wir am Mittag vom Hafen aus nach Hanoi zurück kehrten.

Nach einem langen Tag und einigen Stunden Aufenthalt in Hanoi sind wir am späteren Abend mit dem Nachtzug von Hanoi nach Lao Chai an die chinesische Grenze gefahren.
Da wir wegen der Ruhestunden bewusst ein Vierbettabteil im Zug gebucht hatten, konnten wir unsere leichte Enttäuschung nicht ganz verbergen, als eine Mutter mit ihrem Kleinkind hereinkam und sich einrichtete. Das Kind schien sehr angetan von uns, tanzte munter auf dem Klapptisch, während die Mutter  telefonierte. Obwohl uns die Szenerie sehr amüsierte, haben wir innerlich kleine Luftsprünge gemacht, als die Dame feststellte, dass sie sich im Abteil geirrt hat. Dem kurz danach ankommenden Pärchen wurde ein geringes Chaos der Betten präsentiert, was die beiden jedoch sehr entspannt aufgenommen haben. Während sie sich als gebürtige Kölnerin erklärte,  erzählte er von seiner Heimat, der Bretagne. Unsere Ohren spitzen sich- vielleicht wird der nächste Campingurlaub zur Abwechslung im Norden Frankreichs stattfinden.

Die Schienen der hiesigen Eisenbahngesellschaft führen mitten durch Hanoi, auf denen die Menschen tagsüber ihr Alltagsleben leben. Gerüchten zufolge soll es jemanden geben, der die Leute, kurz bevor ein Zug kommt, von den Schienen scheucht, was aber allem Anschein nur sehr spät abends und manchmal am Tag vorkommt. Grundsätzlich scheint es überhaupt nur sehr selten Bahnen zu geben, die den Bahnhof von Hanoi passieren.
Die Nacht wurde recht turbulent. In etwa 8 Stunden Zugfahrt erlebten wir ein äußerst wackliges Schienensystem, das uns regelmäßig aus dem Schlaf riss.
Unausgeschalfen und verspannt setzten wir uns in den erstbesten und bei Abfahrt völlig überpackten Minibus, der uns nach Sa Pa brachte, wo wir ein nettes Hotel mit Blick auf das Tal gefunden haben.

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