Motorradtrip auf das Bolaven-Plateau nach Tad Lo

2010/2011

Am Mekong gelegen und unweit der thailändischen Grenze ist Pakse mit 80 000 Einwohnern die drittgrößte Stadt in Laos. Luang Prabang ausgenommen, haben wir bisher keine wirklich schönen Städte in diesem Land gesehen. Umso frustrierender war es für uns, nicht gleich am Tag nach unserer Ankunft zu einer Motorradtour starten zu können, weil es regnete und stark bewölkt war. Letztlich haben wir den Tag im Café und am Mekong verbracht und konnten ein wenig ausspannen.

Von Elefanten, giftigen Schlangen und leckerem Kaffee

Gleich am darauffolgenden Tag sind wir dann aber zu einem Motorradtrip auf das Bolaven-Plateau aufgebrochen. Durch das milde Klima gedeiht hier Obst, Gemüse, vor allem aber Kaffee besonders gut. Vorbei an Obstplantagen und durch saftig grüne Natur haben wir am frühen Nachmittag das kleine Dorf Tad Lo, direkt am gleichnahmigen Wasserfall, erreicht. Trotz einiger Unterkünfte ist der Ort sehr ursprünglich. Der breitere Teil des Flusslaufes in der Dorfmitte wird für das alltägliche Leben genutzt: Angeln, Duschen, Spielen, Waschen…


Neben dem spannend zu beobachtenden Alltag, haben wir die ersten Elefanten unserer Reise gesehen- wenn auch nicht in freier Wildbahn: Eines der Hostels organisiert Elefantentouren und wäscht die Tiere im Anschluss an den Tag im Fluss.
Zudem haben wir, eher ungewollt, mal wieder eine Schlange gesehen, die uns auf dem stark bewachsenen Weg zu unserem Bungalow gerade noch rechtzeitig in den Blick fiel. Giftgrün, so die Farbe, könnte auch für giftig sprechen?! Wir sind da jetzt wohl etwas aufmerksamer.

Der Rückweg führte uns zu zwei Kaffeplantagen, wobei die erste recht kommerziell erschien, im schicken Café aber eine wirklich leckere Bohne servierte. Die zweite Rösterei war weitaus uriger, da die laotische Dame in einem einfach zusammengeschusterten Holzhaus die Kaffebohnen in einer gusseisernen Trommel über dem Feuer röstete und ebenso unseren Gaumen erfreuen konnte.
Während sich uns bis dahin das Wetter wohl wollend gezeigt hat, goss es die letzten, knapp 40 km zurück nach Pakse schmerzhaft und in Eimern auf uns hinunter. Erst kurz vor der Stadt, hörte es auf und unsere Hosen konnten wegen des warmen Fahrtwindes schon wieder ansatzweise trocknen.

Vat Phou- (k)ein Höhepunkt?!

Am nächsten Morgen sind wir mit dem Songtheo (ähnlich eines Tuk Tuks: Kleinlaster mit Dach, der auf der Ladefläche je rechts und links eine Bank hat) nach Champasak gefahren.
Dort angekommen mussten wir feststellen, dass die vorangekündigte Ruhe des Städtchens, eher einer ausgesprochenen Langeweile entsprach. Das quirlige, arbeitssame, aber auch ruhevolle Leben, dass wir bisher auf jedem Dorf oder in kleineren Städten beobachten konnten, gab es nicht. Zum Ausgleich konnten wir den Tag auf unserer Bungalowterrasse direkt am Ufer des Mekongs geniessen.


Nachmittags trafen wir einen anderen Deutschen, der ebenso wie wir die Besichtigung des Vat Phou, eines in Laos bedeutenden alten Khmer- Tempel, plante. Leider konnten wir unser Vorhaben erst am nächsten Morgen umsetzen und zeigten uns alle drei nur mäßig begeistert von den Ruinen.

Per Anhalter durch Laos

Umso früher begannen wir die Fahrt zu den 4000 Inseln im äußersten Süden von Laos. Da wir den „Touri-Bus“ am frühen Morgen nicht nehmen konnten, waren wir auf den Localbus und die Gegebenheiten drum herum angewiesen. Das bedeutet letztlich, dass wir mit dem Songtheo zur Fähre, dort übersetzen und dann nochmal per Tuk Tuk zur Hauptstrasse fahren mussten, um dort darauf zu hoffen, bald einen Localbus nach Nakasang zu erwischen(Ankunftszeiten gibt es nicht), von wo aus wir wiederum eine Fähre nehmen mussten. Entgegen der Befürchtungen, dieser kurze Teilabschnitt könnte uns Stunden kosten, wurden wir freudig überrascht: Tuk Tuk und Boot klappten einwandfrei. Am anderen Mekongufer war leider kein günstiger fahrbarer Untersatz zu bekommen, der uns zu Hauptstrasse bringen konnte. Nach langem Fragen stießen wir aber auf eine Frau, die irgendwen bat, uns für die kurze Strecke auf der Ladefäche seines Pick- ups mitzunehmen.

Angekommen an der Hauptstrasse eröffnete sich aber plötzlich die Option, die komplette Strecke nach Nakasang auf dem Pick-up mitzufahren, da die Familie (unter ihnen eine gut englisch sprechende Laotin) ohnehin diese Richtung einschlug. Nach knapp 1 1/2 Stunden auf dem Sonnendeck wurden wir dann leider nur am Abzweig zum Ort rausgelassen, wo wir uns aber drei Motorrad“taxis“ organisieren konnten. Taxi bedeutet in dem Fall, dass zwei Männer einen Kumpel bestellt haben und jeder von uns mit jeweils einem Fahrer und einem riesigen Reiserucksack den Weg bestreiten konnte. Das Boot wartete schon, so dass wir erneut einen Direktanschluss hatten und die Insel Don Khon bereits kurz nach Mittag erreichten.

Zu unserer Laos Galerie geht es hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.