Muang Ngoi Kao

2010/2011

Das kleine 200 Seelendorf Muang Ngoi Kao liegt am Ufer des zweitlängsten Flusses in Laos, dem Nam Ou. Er schlängelt sich in 448 km aus der Provinz Phongsali, nahe der chinesischen Grenze im Norden, bis nach Pak Ou, nördlich von Luang Prabang, wo er in den Mekong mündet. Die Flusslandschaft um den Nam Ou muss einzigartig sein. Auf dem Weg von Muang Khoua nach Mung Ngoi Kao konnten wir nur ein Teilstück der Strecke mit ihren beeindruckenden Kaarstkegeln bewundern. Entlang des Weges liegen überall kleine versteckte Dörfer, die ebenso wie Muang Ngoi Kao nur per Boot zu erreichen sind.
Das Dorf strahlt Ruhe und Entspannung aus und so fühlt man sich auch als Besucher. Obwohl viele Einheimische hier schon seit einigen Jahren vom Tourismus leben und in der Hochsaison (die noch bevorsteht) vermutlich Menschenmassen Muang Ngoi Kao bevölkern, wirkt der Ort alles andere als touristisch. Eine einfach staubige Hauptstraße führt hindurch, die Häuser sind zum Teil einfachste Hütten und die Menschen gehen ihrem gewohnten langsamen Leben nach. Als Dusche und Waschmaschine der Einwohner dient der Fluss. Den ganzen Tag kann man hier ein reges Treiben beobachten, wenn die Herren in Unterhose und die Damen im Sarong zum Duschen, die Frauen und Kinder mit Bürste und Eimer zum Waschen kommen. Elektrizität, somit natürlich auch Licht, ist kostbar und wird nur abends von 18 bis 22 Uhr über Generatoren produziert. Der Tag beginnt vor Sonnenaufgang und endet nur wenige Stunden nach Sonnenuntergang. Heisse Duschen in den Touristenunterkünften gibt es nur, wenn die Sonne kräftig scheint. Außer einem Kinderfahrrad bekamen wir in Muang Ngoi Kao kein einziges Fahrzeug zu sehen. Autos, Motorbikes oder Fahrräder gibt es hier nicht, da alle Wege zu Fuß oder per Boot zurückgelegt werden.
Da der Fluss und die Menschen dazu einladen, haben wir einige entspannte Tage im Ort verbringen können.

Bereits in Muang Khoua haben wir drei Franzosen kennengelernt: Jerome, der auf Weltreise ist und seinen Freund Silva, der sich zum Urlaub mit ihm getroffen hat, beide etwa unser Alter. Außerdem trafen wir Anne, eine alleinreisende Frau, die mit den Beiden schon einige Tage länger unterwegs war. Anne ist deshalb eine besondere Nennung wert, da sie mit ihren 62 Jahren gänzlich nicht so wirkt. Neben vielen anderen Ländern, die sie bereist hat, ist sie gerade auf einem fünfmonatigen Trip durch Südostasien und reist bis Australien und Neuseeland. Alleine und auf ähnliche Weise wie wir: Ohne konkrete Pläne, lediglich mit Eckpunkten, teils in einfachsten Unterkünften. Mit ihrer Vitalität und Energie hat sie bei uns Eindruck hinterlassen. Durch spannende Informationen, Wissen und ihre Reiseberichte hat sie die gemeinsame Zeit unserer kleinen Gruppe auf ganz spezielle Art bereichert.
Obwohl wir besonders seit Hanoi viele Reisebekanntschaften gemacht haben, sind wir hier zum ersten Mal auf Menschen gestossen mit denen wir eine Art Reisegemeinschaft gebildet haben. Während am Tag jeder seinen eigenen Weg ging, haben wir uns zum Abendessen regelmäßig getroffen und viele gemeinsame interessante und amüsante Stunden miteinander verbracht. Jerome und Silva zeigten sich als äußerst angenehme Reisepartner mit denen wir auf ähnlicher Welle schwebten. Leider hatten beide nicht soviel Zeit, da Silva bereits Anfang November zurück nach Frankreich fliegt und Jerome ihn in den Süden begleitet.

Am Mittwoch Morgen startete das Boot nach Nong Kiao, von wo aus wir den, ausnahmsweise mal nicht völlig überladenen, Localbus nach Luang Prabang genommen haben. Seither haben wir wieder einer Internetverbindung und können unseren Blog auf Vordermann bringen.

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