Nairobi- Mombasa- Diani Beach

2012/2013

Die Matatu Fahrten waren sehr entspannt, jeder hatte sogar seinen eigenen Sitzplatz. Am Bahnhof in Nairobi lief scheinbar auch alles perfekt: Die Tickets waren hinterlegt und wir waren pünktlich zur Abfahrt des Zuges am Bahnsteig. Mit etwa zwei Stunden Verspätung verlies der Zug dann auch Nairobi. Nachdem unser 1. Klasse Abteil sich lediglich als Zwei- betten holzklasse entpuppte, liessen sich Tür und Fenster nicht schließen. Aber auch das Dinner im Boardrestaurants mit sehr unfreundlichem Personal, zusammengepfercht an engen Tischen, war nicht das Unangenehmste auf dieser Reise. Spätestens in der Nacht wurde uns klar, weshalb wir gelesen hatten, dass die Eisenbahn bereits mehrfach entgleist war. Ein Hüpfen und Springen auf den Gleisen bereitete uns einen unruhigen Schlaf, schlimmer war jedoch die Sorge, dass der Zug tatsächlich aus den Schienen springt. Mit vielen Stunden Verspätung kamen wir am späten Nachmittag aber wohl behütet in Mombasa an.
Eine Randnotiz hierzu: Ilona und Florian haben 12 Stunden am Bahnsteig in Nairobi auf den Zug gewartet, als am Morgen nach vielen Verspätungsansagen, die Durchsage kam, dass der Zug ganz ausfällt und sie den Bus nehmen mussten.

In Mombasa schlugen wir uns mit Matatus und Motorrädern bis zum Backpacker von Ilona und Florian durch, der kurz vor dem Jahreswechsel ebenso voll war, wie alle umliegenden, erschwinglichen Hotels. Eine Nacht im Riesen- Dorm und einen schönen Abend mit den Beiden verbrachten wir dort, um an nächsten Morgen zum Diani Beach aufzubrechen.

Nach vielen gemeinsamen Reisen sind wir es durchaus gewohnt lange nach einer Unterkunft zu suchen, vor allem nach einer, die uns zusagt. Nach etwa drei Stunden der Suche mit einem TukTuk- Fahrer hatten wir weder einen Campingplatz geschweige denn ein Zimmer gefunden. Und das, obwohl wir unser Raumbudget bereits um das Doppelte aufgestockt hatten. Verzweiflung pur, weil die Dunkelheit langsam nahte. Aber unsere Ausdauer lohnte sich: Sidney, die auch kein freies Zimmer mehr hatte, bat uns ihr eigenes Schlafzimmer an. Trotz unserer Hilflosigkeit konnten wir uns hiermit dennoch nicht anfreunden- es wäre uns komisch gewesen, ihr den Schlafplatz zu nehmen, obwohl sie mehrfach verdeutlichte, dass es ihr nichts ausmachen würde. Einer ihre beiden Gäste, die beide kleine Bungalows über längere Zeit bewohnten, schien sich damit aber für eine Woche gut arrangieren zu können und zog mit seiner Freundin dorthin um. Wir bekamen sein kleines Häuschen zu einem Spottpreis von etwa 30 €, weniger als wir ursprünglich für ein Zimmer ausgegeben hätten. Durch Kühlschrank und Küchenzeile konnten wir uns am Morgen phantastisch selbst versorgen. Da es kein Gas gab, liessen wir uns am Abend aber weiterhin in den Restaurants bekochen. Etwa 15 Minuten vom Strand entfernt, verbummelten wir die nächsten Tage hier. Abends teils in netter Gesellschaft von Sidney, die viel aus ihrem Leben erzählte.

Silvester war interessant, aber nicht spektakulär. Während die meisten Touristen viel Geld für geschlossene Partys in den umliegenden Bars ausgaben, waren wir beiden wohl die einzigen Weissen unter hunderten und tausenden von Schwarzen am Strand. Dort gab es keinen Alkohol, wohl aber Limonade und Cola für die vielen Menschen, die dort entlang liefen. Während in Europa um Mitternacht kaum Autos unterwegs sind, bevölkerten Horden von Menschen in ihren Autos die Strasse am Diani Beach und hupten. Und so klang das neue Jahr ein…

Zuviel Vorfreude kann, wie wir merken schnell ins Gegenteil umschlagen.  Unser einziger Tauchtag führte uns in die Nähe einer entfernten Insel. Nach dem ersten Tauchgang, war uns bereits unter Wasser klar, dass der „Guide“ wenig Taucherfahrung mitzubringen schien. Dieser Eindruck bestätigte sich spätestens dann, als wir auf einer Sandbank strandeten und unterkühlt fast eine Stunde auf das Boot warten mussten, dessen Besatzung uns ganz woanders vermutet hatte. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit entfiel der 2. Tauchgang und wir brachen zu der kleinen Insel auf, wo uns sehr leckerer Fisch und zur Abwechslung offenbar authentisches kenianisches Essen erwartete. Leider war dieser positive Höhepunkt des Tages der Abschluss einer Horrorbootsfahrt. Der Wellengang lies das Schiff so schaukeln, springen und wackeln, dass zum zweiten Mal in diesem Urlaub Angst in einem der Verkehrsmittel eine große Rolle spielte.

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