Sa Pa

2010/2011

Das kleine nordvietnamesische Bergdorf Sa Pa liegt auf etwa 1600 m Höhe, eine knappe Autostunde von der chinesischen Grenze entfernt.
Von hier aus hat man bei Sonnenschein und klarem Wetter einen traumhaften Blick über das Tal und die steil aufsteigende Gebirgskette auf der gegenüberliegenden Seite des Ortes, deren Spitze der Fansipan mit 3143 m bildet und somit auch der höchste Berg Vietnams ist.

Sa Pa selbst wirkt wie ein typischer touristischer Skiort in den Alpen. Restaurants, viele Läden, in denen Winterkleidung verkauft wird und dazu ein Ansturm von Touristen, die meist nur kurz hier verweilen, um die Highlights mitzunehmen. Sa Pa ist umgeben von wunderschöner Natur und vielen kleinen Dörfern in denen ethnische Minderheiten leben. Besonders die Gruppe der Hmong ist in ihren Trachten im Ort sehr präsent, da sie mit unbegrenzter Aufdringlichkeit ihre, wirklich schönen Texil- und Schmuckwaren, an die Besucher bringen möchten.

Die ersten beiden Tage haben wir genutzt, um den Ort zu erkunden und sind bei strahlendem Sonnenschein zum nächstgelegenen Hmong- Dorf Cat Cat gewandert. In wunderschöner Natur zwischen Reisterrassen liegen kleine Hütten, in denen die Menschen in einfachen Behausungen leben. Leider ist Cat Cat schon ein solcher Touristentreffpunkt geworden, dass von der Ursprünglichkeit wenig geblieben ist und die Menschen nur noch auf Verkauf aus zu sein scheinen. In gleicher Richtung, ein Stück weiter haben wir gestern die Erfahrung gemacht, dass die Menschen in Sin Chai, ebenfalls ein Hmong- Dorf, besonders genervt von den Touristen zu sein scheinen. Auch, wenn dieser Ort in keinster Weise mit Cat Cat zu vergleichen ist, so sind die Menschen in Sin Chai gewohnt, dass Touristen ihr Dorf besuchen.  Da das Wetter schlecht war, sind neben uns, nur wenige Leute unterwegs gewesen. Die Einheimischen beachteten uns nicht weiter, zeigten aber auch sehr deutlich, dass sie, verständlicherweise, überhaupt kein Interesse daran haben, das wir durch ihr Dorf laufen.

Nachdem wir am Sonntag eine Bustour nach Bac Ha zu einem der großen Märkte in einiger Entfernung gemacht haben, fieberten wir dem eigentlichen Ziel unseres langen Aufenthaltes entgegen und wollten mit dem Roller die weitere, touristisch nicht so überbevölkerte Umgebung zu erkunden. Unser Wunsch ist es, Orte zu sehen und auf Menschen zu treffen, die ebenso aufrichtig interessiert daran sind mit uns und einer fremden Kultur in Kontakt zu treten, so wie auch wir gespannt sind fremde Lebensweisen kennenzulernen.
Nach dem es bereits gestern den ganzen Tag über nebelverhangen und nieselig war und wir unsere Pläne entsprechend zu einer Wanderung umgeworfen hatten, zerplatzte unsere Hoffnung heute bei gutem Wetter losfahren zu können endgültig. Regen und Nebel, selbst im Ort sind die Sichtverhältnisse stark eingeschränkt. Da niemand weiß, wann sich diese Wetterlage wieder ändert, fahren wir morgen weiter in Richtung laotische Grenze, wo wir auf bessere Witterungsverhältnisse hoffen.
Tatsächlich befinden wir uns, Luftlinie, nicht weit von der Wetterscheide entfernt. Der Deo Tram Ton bildet eine natürliche Grenze: Während Sa Pa der kälteste Ort Vietnams ist, schliesst hinter dem Pass Lai Châu als wärmster Ort Vietnams an.

Trotz der beiden Tage mit schlechtem Wetter und teils stark touristischen Gegebenheiten,   haben wir uns hier recht wohl eingefunden.  Da uns die Vielzahl stark westlich orientierter Restaurants und Bars  und die dazu gehörigen Preise sehr abgeschreckt haben, wurden wir zum Gewohnheitstier und haben ein nettes, schnuckeliges „Stammlokal“ aufgetrieben, in dem wir die letzten Tage die Speisekarte nach „kennen wir noch nicht“- Gerichten quer gegessen haben. Nachdem wir bereits mehrfach die „hot pots“ bei anderen Leuten auf dem Tisch hatten stehen sehen, haben wir uns gestern ebenfalls zu diesem Vergnügen hinreissen lassen- mit Hilfe der Kellnerin unseres Vertrauens. Ähnlich wie schon in Malaysia gab es einen, wie der Name schon sagt, Kessel mit heisser Brühe, getränkt von Möhren, Kohl und Tofu auf einer Gasflamme. Neben Fleisch und Tofu, gehören hier auch Unmengen von grünen Gemüse (Kohl und diverse andere nicht identifizierbare Sorten) zu. Alles wird in das Gefäß hineingeworfen und gegart. Dazu werden Nudeln gereicht, die ebenso kurz erhitzt werden. Ein feudales Mahl bei dem selbst Stephan den Genuss von Gemüse und Tofu zu schätzen wusste.

Nach der kurzen Zeit, die wir nun in einem ganz kleinen Teil Vietnams verbracht haben, sind wir begeistert und möchten dieses Land wieder bereisen und näher kennenlernen.
Alles in allem sind wir höchst zufrieden mit unserem kleinen Ausflug nach Vietnam, freuen uns aber nun genauso sehr auf Laos. Morgen werden wir bis zur Grenze nach Dien Bien Phu fahren, von wo es am Donnerstag per Bus über die Grenze in den nur sehr gering touristisch erschlossenen Norden von Laos weitergeht.

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