Sandakan

2010/2011

Sandakan war nach dem ersten Eindruck, den wir am Tag unserer Ankunft bekamen, eine äußerst unschöne und uninteressante Stadt. Den Ursprungsplan hier nur eine Nacht verbringen wollen, hatten wir verworfen, um von hier aus noch den einen oder anderen Trip in die Umgebung machen zu können.

Zwei Wochen in Malaysia haben uns zwar deutlich gezeigt, dass die Reisekosten nicht annähernd jenen entsprechen, die wir aus anderen südostasiatischen Staaten kennen, aber dennoch ist es uns bisher gelungen, spannende und interessante Orte zu besuchen, die durchaus in unserem Reisebudget lagen. Bereits im Vorfeld unseres Besuches in Sandakan war uns bewusst, dass wir  einige Ziele, die wir gerne besucht hätten, nicht anpeilen werden, da sie, meist alleine durch die Unterkunftskosten, völlig überteuert schienen. Dennoch hatten wir uns erhofft vor Ort Alternativen zu finden und so den einen oder anderen Tag ausserhalb Sandakans verbringen zu können. Leider wurden wir hoffnungslos enttäuscht.
Die Option, unseren Flug zurück nach Kuala Lumpur am morgigen Tag auf ein früheres Datum umzubuchen, stellte sich preislich als ähnlich übertrieben heraus. Nach einigen Stunden des Frustes haben wir  letztlich entschieden, uns unserem Schicksal zu stellen und die nächsten dreieinhalb Tage mit Waschen, Faulenzen, Lesen und Essen zu verbringen.

Die Erkundung der Stadt führte uns weg von den wenigen im Reiseführer ausgeschriebenen Pfaden, die uns ähnlich uninteressant wie die ganze Stadt erschienen. Und so können wir positiv vermerken, dass wir einige, für uns spannende und realistische Eindrücke in das „normale“ malaiische Leben gewonnen haben.
Bei unserern Erkundungen sind wir auf ein sehr einfach, auf Stelzen gebautes Wasserdorf vor der Innenstadt Sandakans gestossen. Die Menschen leben in zusammengeschusterten Holzhütten, von Müll umgeben. Obwohl fast jede Unterkunft eine Satellitenschüssel und einen Fernseher zu haben scheint, sind wir hier deutlich in einem sehr armen Teil der Stadt zu Gast gewesen.  Die Menschen nahmen uns freundlich auf, die Kinderströme zeigten sich begeistert von der Kamera und den Fotos, die wir von ihnen machen durften.

Ein weiterer Tag führte uns vorbei an einfachen Holzhütten in einen der Vororte Sandakans, wo gleich aussehende betonierte Häuserreihen das Bild prägten. Die Bevölkerung nahm uns ähnlich entgegenkommend auf, wie bereits am Tag zuvor.
Aufgefallen ist, dass viele der Kinder (ausgenommen jener auf dem Wasserdorf und in den ärmeren Außenbezirken) und Jugendlichen, die wir trafen, nicht nur rotzfrech uns gegenüber aufgetreten sind, sondern auch vielfach nach Geld gefragt haben. Die Erwachsenen hingegen haben uns fast ausschließlich mit netten Worten und Grüßen empfangen, ohne dabei den Eindruck zu erwecken, etwas erbetteln zu wollen.

Abschliessend ist zu sagen, dass wir unserer Abreise nach Kuala Lumpur am morgigen Tag sehnsüchtig entgegenfiebern, wir aber dennoch positiv von den vielen Eindrücken gestimmt sind, die wir haben bekommen können.

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