Si Phan Don – Die Viertausend Inseln im Mekong

2010/2011

Das „Meer“ von Laos, ein reißendes Gewässer und die gewieften Ideen der Kolonialherren

Obwohl das Land über keinen Zugang zum Ozean verfügt, fühlt man sich hier, in der südlichsten Region von Laos, ein wenig an Urlaub am Meer erinnert: Der Mekong erreicht hier auf 50 km Länge eine Breite von bis zu 14 km und beherbergt hunderte kleiner Inseln, wobei die Anzahl in der Trockenzeit sogar ansteigt. Die Laoten sprechen von „Si Phan Don“, den „Viertausend Inseln“.


Die gloreiche Idee einiger Franzosen, den Mekong als Handelsweg zwischen Vietnam und China nutzen zu können, wurde um 1866 fallen gelassen, als man hier, nahe der laotisch- kambodschanischen Grenze die zwei unschiffbaren Wasserfälle Khon Phapheng und Somphamit entdeckte.
Um diese zu umgehen baute die spätere Kolonialmacht Frankreich die einzige Trasse in Laos über die je eine Bahn fuhr. Im Norden der Insel Don Det wurden die Waren von den Schiffen auf die Schmalspurbahn verladen und über eine Verbindungsbrücke in den Süden der Insel Don Khon verfrachtet. An beiden Umladepunkten stehen bis heute die Überreste der großen Verladerampen, während der Weg der Bahntrasse zwar besteht, die Schienen aber  vermutlich aufgeschüttet oder rausgerissen wurden.

Urlaub, Delphine und ein kaltes Beer Lao

Obwohl sich im Norden Don Dets die Partyszene langsam breit macht und auch im Süden und auf Don Khon die Touristen angekommen sind, scheint das Leben auf den Inseln weiterhin gemächlich und gemütlich seinen Gang zu finden. Die wenigen Tuk Tuks und Motorräder erscheinen nur im Schatten von zahlreichen Fahrrädern, die die Inseln bevölkern.
Eine ganze Woche haben wir uns auf Don Khon von dem Leben am Fluss treiben lassen. Mit dem Drahtesel konnten wir beide Inseln erkunden und einen Einblick in das langsame, aber,  wie immer, auch harte Landleben der Bewohner gewinnen. Stunden haben wir mit dem Buch auf der Terrasse oder mit dem Fruitshake im Restaurant verbracht und Spaziergänge durch die Felder gemacht.


In diesem Teil des Mekongs und auch im Norden Kambodschas leben Irrawaddy- Delphine. Diese seltenen Flusssäugetiere konnten wir mit etwas Geduld bei einem Bootsausflug beobachten. Da der Mekong die Grenze zwischen Laos und Kambodscha bildet, scheint es üblich zu sein, dass man als Tourist zum Delphine- Beobachten einen kurzen Abstecher- auch ohne Visum- auf die koambodschanische Seite machen darf. Vom dortigen Ufer konnten wir einige dieser Flußbewohner, die mit Meeresdelphinen wenig gemein zu haben scheinen, für kurze Augenblicke (zu kurz für die Kamera) sehen.

Nach einem großartigen Monat in Laos verabschieden wir uns mit einem tränenden Auge, um die Reise in Kamodscha fortzusetzen. Wir werden die Freundlichkeit und Ruhe dieses Landes vermissen, aber natürlich auch das beste Bier Süostasiens: Beer Lao. Hierzu muss an dieser Stelle erwähnt sein, dass es in diesem Land wirklich einen Kult um dieses Getränk gibt. Wenn man in ein Restaurant geht wird selten gefragt, was man trinken möchte. Lediglich als Bestätigung des ohnehin schon Angenommenen sagen die Kellner auffordernd: „Beer Lao!?“ Dieses Bier scheint eine Art Nationalstolz hervorzubringen, so zumindest empfinden wir es. Egal, in welch abgelegenstem Ort man sich hier befindet, Beer Lao Kisten stapeln sich überall in Massen.

Zu unserer Laos Galerie geht es hier.

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