Siem Reap- Angkor

2010/2011

Früh am nächsten Morgen sind wir den Weg nach Siem Reap angetreten, wo uns die berühmten Tempel von Angkor Wat erwarten.Siem Reap- Angkor

Erst im 19. Jh. wurden nach vielen Jahrzehnten der Vergessenheit die heute weltberühmten Tempel von Angkor (Stadt) nahe der kambodschanischen Stadt Siem Reap wiederentdeckt. Als weltweit größter religiöser Bau gilt der Tempelkomplex von Angkor Wat. Auf einer Fläche von über 300 km² stehen aber über tausend weitere kleine und große Tempel, die zwischen dem 9. und 15. Jh. n. Chr. das Zentrum des Khmer- Königsreiches bildeten. In dem Areal gab es mehrere Hauptstädte in deren Mitte jeweils ein großer Haupttempel erbaut wurde. Zu Höchstzeiten sollen bis zu einer Million Menschen den Großraum um das Königreich von Angkor bevölkert haben. Obwohl die meisten Kambodschaner (Khmer) der buddhistischen Religion angehören und die Tempelanlagen heute buddhistische Heiligtümer sind, wurden sie ursprünglich unter indischen Einflüssen erbaut und Hindu- Gottheiten gewidmet, die sich in den feinen Steinmetzarbeiten überall in den Tempeln wiederfinden. Diese kleinen unzähligen Details sind ebenso fazinierend, wie die Größe und Bauweise der einzelnen Gebäude. Überdimensionale Steinklötze sind durch ausgefeilte Planungen so auf- und ineinander gebaut worden, dass diese riesigen Tempel ohne Zugabe von Zement oder Beton schon mehr als tausend Jahre stehen.

Angkor ist faszinierend- großartig und ein absolutes MUSS für jeden Kambodscha- Urlauber und Südostasien-Reisenden. Dennoch haben wir entschieden nur drei Tage per Fahrrad und Tuk Tuk die Hauptattraktionen Angkor Wat, die Tempelstadt Angkor Thom und zahlreiche weitere spektakuläre Tempel in der nächsten Umgebung von Siem Reap zu erkunden. Die in weiterer Entfernung liegenden  Bauten standen nicht mehr auf unserem Plan, was sich nach drei Tagen Tempeln und Steinen als gute Entscheidung erwies.

Die Stadt Siem Reap selbst ist aufgrund der Tempel touristisch völlig überbevölkert, von Kambodscha ist wenig übrig geblieben. Die Menschen sind durch die Touristen völlig fremdgesteuert, jeder will verkaufen, ob Kleidung, Essen oder Tuk Tuk- Fahrten. Hinzu kommen die Bettler, selbst die kleinsten Kindern versuchen Dollar von den Touristen zu ergattern.Trotz dieser absolut negativen Umschreibungen, konnten wir die Zeit hier tatsächlich ein wenig geniessen. Nach langen Wochen in Laos (die nach wie vor absolut großartig waren und länger hätten dauern dürfen) sind wir in Siem Reap zum ersten Mal wieder auf eine stark westlich beeinflusste Welt gestossen, was zumindest für den Moment eine ganz schöne Abwechslung war. Und es gab Schokolade im Supermarkt!

Vom Touristenrummel angesteckt konnten wir auch nicht daran vorbei, die überall angepriesenen „Dr. Fish“- Massagen auszuprobieren. In einem großen Wasserbecken schwimmt eine Vielzahl kleiner Fische, die, sobald der Nutzer die nackten Füße hineinsteckt, an diesen zu knabbern beginnen. Nach kurzer Gewöhnung ist tatsächlich ein Massageeffekt zu empfinden. Die ersten Minuten waren jedoch alles andere als entspannend, weil die Tierchen unglaublich kitzelten. Angeblich sollen so überfällige Hautpartikel abgefressen werden, was besonders bei Schuppenflechten und Neurodermitis hilfreich sein soll. Stephan meinte im Anschluss gleich eine samtere Haut spüren zu können.

Zudem haben wir uns endlich den Wunsch erfüllt und eine Kochschule besucht. Da die Gruppe mit 8 Leuten zu groß war, hatten wir beide das unbeschreibliche Glück, einen wirklich großartigen Privat- Kochkurs mit Janny zu bekommen, die uns drei Stunden in die Künste der Khmer-Küche einführte. So gerne wir die Gerichte zuhause nach kochen möchten, so sehr bezweifeln wir, dass wir all diese frischen Zutaten in Deutschland bekommen werden…

Nach fast einer Woche in Siem Reap, werden wir nun mit dem Boot unsere nächste Station, die Stadt Battambang, anfahren.

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