Trekking in der Umgebung von Muang Ngoi Kao

2010/2011

Das Bergvolk der Khmu ist eine Untergruppe der Mon- Khmer, deren Vorfahren im 6. -7.  Jahundert aus dem Gebiet des heutigen Kambodscha nach Laos gekommen sind. Die Khmu gehören zur Gruppe der ethnischen Minderheiten und leben vorrangig in den Bergen von Nordlaos.
Gemeinsam mit Anne aus Frankreich sind wir von Muang Ngoi Kao aus zu einem 2- Tagestrek durch äußerst unwegsames Gebiet in die Dörfer der Khmu gestartet. Während wir in Ban Hoyxen am ersten und in Ban Hat sa Phiue am zweiten Tag eine längere Pause einlegten, steuerten wir Ban Kiuakhan für die Nacht an.


„Ich gehe dann mal eben einkaufen!“

Das Dorf liegt auf einer Erhebung in einem Tal, welches umschlossen ist von hohen Bergen. „In the middle of nowhere“ ist wohl die passenste Beschreibung für diesen Ort:  Die einzigen beiden Wege durch die das Dorf im Kontakt zur Außenwelt steht sind jene beiden Treks, die wir gewandert sind. D.h. praktisch: 5 Stunden hin und 4 Stunden zurück (geübte Wanderer vielleicht je eine Stunde kürzer) durch äußerst unwegsames, stark an- und absteigendes Gebiet, quer durch den Urwald und auf dem Rückweg über lange Zeit durch einen Fluss. Nicht nur, dass die Menschen für notwendige, lebenswichtige Utensilien oder besondere Lebensmittel alle 10 Tage auf den Markt nach Muang Ngoi Kao kommen, alle Materialen, die nicht vor Ort vorhanden sind, müssen auf dem Rücken transporiert werden. Tiere werden hierzu nicht eingesetzt. In der Regenzeit während der Sommermonate entwickeln sich diese ohnehin schon beschwerlich zu laufenden Pfade zu tief matschigen und wahrscheinlich teils unpassierbaren Wegen.
Die unberührte Natur und die Ursprünglichkeit dieses in Abgeschiedenheit liegenden Dorfes machten den Trip zu einem fazinierenden Erlebnis.


Wenn der Hahn zum guten Morgen kräht…

Ban Kiuakhan verfügt über Wasserleitungen und sogar Elektrizität, die weit ab von der Ziviliation von den Menschen vor Ort gewonnen wird. Dennoch ist das Leben sehr einfach und traditionell. Die Hütten sind simple Bambusbauten auf Stelzen, die Waschstelle ist der öffentliche Wasserhahn im Dorf, wo die Menschen sich, ähnlich wie in Muang Ngoi Kao, in Sarongs und Unterwäsche „duschen“. Toiletten gibt es in Form klassischer Stehklos,   Porzellanschüsseln, die im Lehmboden eingelassen sind, umgeben von löchrigen, halbhohen Bambuswänden. Das ganze Dorf wimmelt von Tieren, Schweine und Hühner an jeder Hütte. Wieviele Hähne dieses Dorf bewohnen, konnten wir bereits um 3 Uhr in der Nacht lautstark wahrnehmen, als die Tiere hörschädigende Wettkrähereien zum Besten gaben. Der Tag begann schon früh, das geschäftige Treiben der Dorfbewohner liess uns vor sechs Uhr aus den Betten kriechen. Viele Männer brechen schon vor dem Morgengrauen zum Jagen auf, wobei sie meist Vögel schiessen. Etwa eine Fußstunde vom Dorf entfernt liegen die, sowohl von Männern als auch Frauen, bewirtschafteten Reisfelder, die zurzeit täglich bearbeitet werden.


Über das Heranwachsen von Kindern und das Glück, eine Ratte zu grillen

Für uns immer wieder unglaublich, in dörflichen Regionen aber durchaus üblich, sind Frauen, die ihre Babies in Tüchern auf dem Rücken oder vor den Bauch gebunden haben und parallel z.B. Feldarbeit machen. Nicht selten stillen die Mütter die Kinder, während sie auf dem Boden herumkriechen oder einer anderen Arbeit nachgehen.

Gekocht wird, wie vielerorts am offenen Feuer in den Hütten, was in kalten Nächten wie momentan eine großartige Wärmequelle bietet. Wir waren ganz glücklich mit unserem vegetarischen Dinner von Kürbis und Bambussuppe, während sich unser Guide Pan eine Ratte über dem Feuer grillen liess.
Das Dorf verfügt über eine eigene Schule, direkt neben dem Dorfeingang, wo Kinder aller Altersklassen unter einem einfachen Dach mit halbhohen Wänden zusammen sitzen. Eine Lehrerin unterrichtet die Kinder, von denen die meisten ungeachtet der fremden Menschen vor ihrem Klassenraum, still und leise gearbeitet haben.
Obwohl uns der Rückweg nach Muang Ngoi Kao als der einfache Teil des Treks angepriesen wurde, kostete es uns alle drei viel Energie, die teils sehr steilen Abwärtspassagen zu meistern, während unser Guide in Flip Flops ins Tal lief.

Zusammenfassend war es ein absolut großartiger Trek, der uns weit ab vom alltäglichen Tourismus gezeigt hat, wie hart das Leben für die Menschen hier oben in den Bergen ist.

Zu unserer Laos Galerie geht es hier.

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