Ubud

2011

Der Weg hierher gestaltete sich ein wenig typisch für südostasiatische Verhältnisse. Von Lovina sind wir mit einem Bemo (kleine, alte Minibusse, die bestimmte Strecken fahren und überall halten) in Richtung Busstation nah Singaraya gefahren, von wo aus ein großer Bus in den Osten der Insel fahren sollte. Den Preis zahlten wir leider zu Beginn. Nach einigen Kilometern stoppte das Bemo und der Fahrer bat uns in ein anderes Bemo umzusteigen, welches uns zum richtigen Terminal bringen sollte. Sofort erklärten wir beiden Fahrern, dass wir ja bereits den kompletten Fahrpreis bis zur Busstation dem ersten Fahrer gegeben hätten und entsprechend nicht mehr zahlen würden. O.k., o.k.!- Das war es natürlich nicht, der zweite Fahrer wollte das gleiche Geld dann unterwegs nochmal haben. Wir, die nicht zahlen wollten, hätte er um ein Haar herausgeworfen. Stephan, der in seiner Wut über die stetigen Verarschungen bei den Preisen (wer von den Einheimischen zahlt denn bitte für den gleichen schlechten Komfort soviel wie wir?), laut wurde, verschreckte den armen Bemofahrer offenbar so, dass er uns weiter fuhr, wir ihm am Ende dann aber doch die Hälfte des Preises noch einmal zahlten.
Zu einem völlig überhöhten Touristenpreis sind wir in Gianyar angekommen, von wo aus wir mit einem weiteren Bemo- Fahrer gleich einen Preis zum Markt von Ubud augehandelt haben. Der Wagen war bereits derbe ramponiert, so hörte er sich auch an. Nach vielleicht 2 km gab es einen lauten Knall, das Bemo hielt an, wir mussten aussteigen und der Fahrer begann mit der Reparatur mitten auf der viel befahrenen Straße. Als Sicherung hatte er einen Vogelkäfig hinter das Fahrzeug gestellt.
So standen wir nun am Straßenrand und warteten auf nicht mehr vorbeifahrende Bemos. Bis zwei Motorradfahrer kamen, die uns dann zumindest ein Stück weiter mitgenommen haben, Allerdings standen wir nun an der nächsten Stelle, wo wir wieder den unverschämten Touristenpreisen der Bemo-Fahrer ausgeliefert waren und letztlich zu einem überteuerten Preis nach Ubud gekommen sind.

Bevölkert und touristisch ist die Stadt am besten zu beschreiben: Ubud, gelegen im Zentrum Balis. Und trotz dieser abschreckenden Beschreibung, konnten wir hier auch die attraktiven Seiten dieses Ortes und seiner Umgebng geniessen.
Während sich entlang der Haupt- und einiger Seitenstrassen die Unterkünfte, Restaurants und Souvenirshops nur so drängeln, fanden wir beim zweiten Anlauf eine nette, kleine Familienunterkunft mitten zwischen den Reisfeldern.  Und diese machen auch die Umgebung Ubuds so spannend. Grüne Reisterassen, Handwerksdörfer und ein kleiner Hauch des authentischen Lebens Südostasiens kommt hier wieder zum Vorschein: Hart arbeitende Menschen, die knietief im Schlamm der neu zu bepflanzenden Reisfelder arbeiten, Frauen, die schwere Lasten auf ihren Köpfen balancieren und kleine Essenstände, die traditionelle Suppe anbieten.

Wenn man nach Bali kommt, wird man schnell merken, dass die Insel überhäuft ist mit Tempeln. So gibt es nicht etwa ein großes Heiligtum in einem Dorf, sondern meist gleich mehrere. Hinzu kommen zahlreiche Haus- und Hoftempel, wobei man oft erst auf den zweiten Blick entdeckt, dass hier ein Wohnhaus integriert ist.
So haben uns unsere Ausflüge mit dem Motorrad, wie sollte es anders sein, natürlich auch zu zwei Tempelanlagen geführt, dem Gunung Kawi, einem Bestattungstempel und dem Pura Tirta Empul, einem Quellheiligtum.
Dieser Ort war besonders spannend, da dem Wasser im Tempel eine heilende Wirkung zugesprochen wird und viele Gläubige hierher kommen, um im Wasser zu beten/ sich zu waschen oder sich Wasser in Kanistern abzufüllen, um es mit nach Hause nehmen zu können.

Der Tag darauf verging mit einer kurzen Tour um Ubud herum und Spaziergängen durch die Reisfelder. Außerdem war es uns ein Anliegen, unsere Travellerschecks einzulösen, was überraschenderweise keine der drei Bankfilialen im Service hatte. Das als Solches war schon seltsam genug. Nachdem verschiedene Geldwechselagenturen uns ebenfalls weiter schickten, waren wir froh endlich auf eine zu stossen, die auch Travellerschecks wechselt. Edith wurde dann aber doch ein wenig ungehalten, als die Dame ihr sagt, es ging leider nicht, da die Unterschrift im Pass (der 5 Jahre alt ist) nicht die gleiche sei, wie auf den Schecks. Ediths Erklärung, dass man nicht immer 100% die gleiche Signatur habe (es ging um einen Haken mehr oder weniger) konnte sie nachvollziehen, ließ  uns dann aber trotzdem abblitzen. Letzlich klappte es dann in einer anderen Wechselstube, wobei hier nur ein kurzer Blick auf die Unterschrift geworfen wurde.

Die weiteren Tage in Ubud gestalteten sich ruhig, weil Edith nicht viel unternommen hat und Stephan kurzzeitig mit Fieber im Bett lag. Jetzt aber auf nach Amed, wo wir hoffentlich noch mal tauchen können.

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