Woldia- Mekele, Oktober 2013

2013

Samstags morgen um sieben startete unsere Tour gemeinsam mit Daniel, unserem Fahrer. Fast 12 Stunden auf der Strasse liessen uns einen ersten spannenden Blick auf dieses Land werfen. Neben einem kurzen Stopp auf in einem kleinen Dorf, wo der Samstagsmarkt stattfand, konnten wir die ersten Geladaaffen sehen, die uns später noch in den Simien Mountains begegneten.
Dieser erste und die darauffolgenden Tage bescherten uns spannende und großartige Eindrücke des Landes und der Natur, was allein auf das „Überlandfahren“, Schauen und Stoppen, wo man möchte, zurückzuführen ist. Die Reise durch die Dörfer, über die stark frequentieren Strassen und atemberaubenden, faszinierenden und stetig wechselnden Landschaften waren bereits ein einziges Highlight.

„Stark frequentierte Strassen“- man meint, viele Fahrzeuge vorzufinden. Aber die wenigen Vehikel, die uns begegneten waren meist nur Busse, LKWs und einige vierradangetriebene Fahrzeuge. Bevölkert wurden die Strassen vielmehr von tausenden Menschen und deren Vieh. Es sind Menschenmassen, die überall im Land zu Fuß, oft mit schweren Lasten und Esel- oder Ziegenherden die Strassen entlanglaufen. Überall bedeutet, nicht nur kurz hinter oder vor einem Ort, sondern auch im kilometerweiten Nirgendwo einer Landschaft. Eine andere Wahl als viele Kilometer täglich zurückzulegen haben die meisten Einheimischen aber hier nicht, wenn sie z.B. Nahrung und Holz besorgen möchten. Ein dreistündiger Fußweg zur Schule, wobei hier eine Strecke gemeint ist, ist nicht unüblich.
Trotz des eigentlich geringen motorisierten Verkehrsaufkommens gibt es in Äthiopien viele heftige Unfälle, so dass umgekippte LKWs ein fast täglich Bild auf den Strassen darbieten. Die Fahrzeuge sind, trotz der schlechten Strassenverhältnisse, relativ schnell unterwegs und fahren oft nur sehr knappe Ausweichmanöver. Daher ist es ein Wunder, dass wir nicht mit vielmehr verletzten oder getöteten Fußgängern oder Tieren konfrontiert worden sind.
Im Dunkeln verändern sich weder die Menschenaufläufe auf der Strasse, noch die Fahrweisen der Vehikel. Einzig das An- und Ausschalten der Fernlichter und die Scheinwerfer, die extrem blenden, irritieren noch mehr und lassen die Unfallgefahr wachsen.

Nach einer Nacht in Woldia und dem Austesten der verschiedene Biersorten Äthiopiens, schlugen wir am nächsten Morgen den Weg Richtung Mekele ein. Die Landschaft veränderte ihr Bild immer wieder. Weite, schluchtenreiche, hügelig, terrassenförmige und Serpentinenstrassen geprägte Landschaften in einer gigantischen Farbenpracht bereiten uns eine abwechslungsreiche und spannende Fahrt. Unterwegs stoppten wir mit Blick auf den Ashenge-See.
Der kleine Teil Mekeles, den wir erkundeten, hatte eine angenehme Atmosphäre, ein Flair, dass nicht an eine Großstadt erinnert. Die Erfahrung lehrt uns, dass wir in einer „kleinen Welt“ leben. Und so war es nicht verwunderlich, als wir abends durch Zufall auf zwei Volunteers stiessen, die zwei Tage vorher im gleichen Hotel in Addis hunderte Kilometer weit weg waren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.