Imker für Imker

Unverhofft sind wir während unserer zweiten Äthiopienreise im Dezember 2014 auf das Wirken des Deutschen Bienenjournals und des Vereins „Imker für Imker in Äthiopien e.V.“ gestossen. Ziele des Vereins sind grob zusammengefasst der Aufbau, die Ausbildung und Entwicklung der Imkerei in Äthiopien. Letztlich geht es darum, Rahmenbedingungen zu schaffen, die dem Potential des ostafrikanischen Landes gerecht werden. Denn die Bedingungen für Imkerei sind hier ideal. Mit geschätzten fünf bis zehn Millionen Bienenvölkern beherbergt Äthiopien einen der größten Bienenbestände Afrikas und produziert schon heute große Mengen Honig.

Während einer Leserreise des Deutschen Bienenjournals im Herbst 2012 in Äthiopien entstand die Idee, ein Projekt zu unterstützen, welches die Ausbildung junger Äthiopierinnen zur Imkerin und die Begleitung deren Arbeit im Fokus hat. Initiiert wurde das Projekt „Female Graduate Beekeepers“ durch den Ethiopian Apiculture Board (die Imkerkammer). Äthiopische Frauen haben innerhalb der Familie in der Regel die Kindererziehung und den Haushalt zur Aufgabe. Um ihnen die Möglichkeit zu geben, auch von zuhause zur Finanzierung der Familie beizutragen, ist die Bienenhaltung ideal.

Den Anfang machten fünf junge Frauen, vier weitere kamen später hinzu, die bereits einen Praxiskurs zur Bienenhaltung absolviert hatten und nach ihrem Studienabschluss Imkerinnen werden wollten. Das Deutsche Bienenjournal warb bei seinen Lesern in einem Artikel über die Jungimkerinnen dafür, Patenschaften zu übernehmen. Über diesen Weg konnte die Gründung einer Existenz unterstützt werden. Mit jeweils 200 € wurde die Grundausstattung der Imkerausrüstung finanziert. Bedingung für diese Hilfe war der Eintritt in den Ethiopian Apiculture Board und die Vereinbarung sich an örtliche Imkergruppen in ihren Heimatstädten anzuschließen.

Im Zuge dieser ersten Hilfe wurde im November 2013 der Verein „Imker für Imker in Äthiopien e.V.“ gegründet, der in vielerlei Hinsicht Unterstützung leistet. Letztlich bedarf es Geduld bei der Bienenzucht, da es bis zu drei Jahre dauert, bis genügend Honig geerntet werden kann und sich erste finanzielle Erfolge einstellen. Aus diesem Grund hat der deutsche Imker Erich Töpfer erst kürzlich junge Bienenhalterinnen praktisch angelernt, wie sie moderne Beuten bauen. Ziel ist es diese auch zu verkaufen, um eine weitere Einnahmequelle zu akquirieren.

U.a. um solche zusätzlichen Optionen kümmern sich Dr. Jürgen Greiling und Solomon Mengesha. Beide arbeiten sie für den Ethiopian Apiculture Board. Beide betreuen und beraten sie die jungen Imkerinnen. Neben der Förderung des Vereins „Imker für Imker in Äthiopien e.V.“, fliessen Gelder der GIZ (Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) und aus einem niederländischen Fördertopf in das Projekt „Female Graduate Beekeepers“.

Die Idee ist großartig, das Projekt läuft, die Imkerinnen sind motiviert. Aber, wie überall fehlt es auch hier an viel Geld. Geld, das benötigt wird, um in einem Land, dass etwa dreimal so groß wie Deutschland ist, die nötigen strukturellen Vorraussetzungen für die Imkerei zu schaffen, aber auch deren Entwicklung konstant zu begleiten. Leider reichen die Finanzen gänzlich nicht aus. Um dies zu verdeutlichen sei ein Beispiel gegeben: Jürgen Greiling und Solomon Mengesha beraten die Imkerinnen vor Ort, diskutieren Fragen und Problemstellungen mit ihnen, motivieren und leiten an. Solche Möglichkeiten müssen kontinuierlich gegeben sein, da das Wirken oft schon an Kleinigkeiten scheitert. In Sebeta konnten wir bspw. bei unserem Besuch keinen Honig kaufen, weil schlicht keine Gläser dafür vorhanden waren und die Beschaffung die junge Imkerin vor ein Problem stellte.
Um bei solchen Hindernissen zeitnahe und adäquate Hilfe zu leisten, bedarf es einer kontinuierlichen Beratung und Begleitung, die aber nicht im Ansatz möglich ist. Es fehlt an Personal, da Solomon und Jürgen diese Aufgabe nicht alleine bewerkstelligen können. Es bedarf gut geschulter, stets vor Ort anwesender MitarbeiterInnen, um eine qualitative und konstante Unterstützung des Projektes zu gewährleisten. Es fehlt aber auch an alltagspraktischen Dingen, z.B. hat der Ethiopian Apiculture Board kein Dienstfahrzeug, so dass private Autos gefunden und genutzt werden müssen, um z.B. Material zu transportieren oder zu den weit entfernten Standorten zu gelangen.
Die genannten Bedarfe sind nur die Spitze des Eisberges. Und somit ist es für die mittel- und langfristige Sicherung des Projektes existenziell, Gelder zu akquirieren, um dieses, wie wir finden, großartige Projekt weiterführen zu können.

Für Interessierte und potentielle Unterstützer möchten wir hier noch einmal auf die Homepages des Vereins „Imker für Imker in Äthiopien e.V.“ und des Deutschen Bienenjournals, sowie auf das Spendenkonto des Vereins hinweisen:

http://www.imker-fuer-imker.de/
http://www.bienenjournal.de/
http://www.imker-fuer-imker.de/download/spendenformular.pdf

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