Reisebericht: Unsere Erlebnisse auf Elephantine Island und in Assuan
Schon von Weitem betört uns ihr Anblick und verlockt zu einem Besuch. Als wir am späten Nachmittag mit dem Boot nach Elephantine Island übersetzen und im warmen Licht der untergehenden Sonne über den Nil gleiten, sind wir schnell verzaubert. Vor uns entfaltet sich keine einfache Flusslandschaft, sondern eine kleine Welt aus Wasser und Stein. Ein Geflecht aus Nilinseln, schmalen Kanälen und markanten Granitfelsen, die aus dem Fluss ragen. Elephantine ist die größte dieser Inseln und Teil eines kleinen Archipels mitten im längsten Fluss Afrikas und die größte Nilinsel bei Assuan – ein Ort, der sofort eine besondere Ruhe ausstrahlt.
Unser Boot schlängelt sich langsam durch diese Inselwelt. Vorbei an grünen Ufern, Palmen und kleinen Häusern, während sich nur wenige Meter dahinter bereits die karge Wüste erhebt. Immer wieder öffnen sich neue Blickwinkel, und Feluken gleiten lautlos zwischen den Inseln hindurch.
Am Ostufer von Elephantine Island liegt das nubische Dorf mit seinen charmanten Häusern direkt am Nil, nur wenige Minuten vom Zentrum von Assuan entfernt. Dahinter öffnet sich ein kontrastreiches Panorama aus goldenen Sanddünen und fruchtbarem Grün, ein Bild, das kaum stärker gegensätzlicher sein könnte.
Elephantine Island gehört neben dem Assuan-Staudamm und zahlreichen kulturhistorischen Tempeln und Stätten aus altägyptischer Zeit zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Assuan und zu den Orten, die bei einem Besuch in Assuan fast schon obligatorisch sind.

In unserem Reisebericht nehmen wir Dich mit auf die Elefanteninsel und in die Umgebung von Assuan. Wir berichten von unseren teils ambivalenten Erfahrungen auf Elephantine Island und von dem, was wir auf dieser besonderen Inselwelt am Nil erleben.
Dabei geht es zu großartigen Kulissen und besonderen Spots entlang des Nils, zu unseren Ausflügen nach Assuan, vorbei am legendären Old Cataract Hotel in Assuan, auf den Spuren Agatha Christie’s.
Außerdem findest Du bei uns persönliche Assuan Reisetipps, mit denen Du die Elefanteninsel und die Region rund um Assuan auf eigene Faust entdecken kannst.
Lust auf mehr visuelle Inspirationen und Reise-Stories? Dann check gerne mal unseren Instagram und Facebook Kanal! Oder folge unserer Reise auf Polarsteps.
Transparenz: Die mit * gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen. Was das genau bedeutet, erklären wir Dir am Ende des Artikels.
Inhaltsverzeichnis
Anreise nach Assuan und Elephantine Island
Wir erkunden Ägypten und Assuan auf eigene Faust. Schon in Hurghada zu Beginn unseres Trips mieten wir ein Auto und reisen mit dem eigenen Fahrzeug weiter nach Assuan.
Die Option „Automiete in Ägypten“ können wir im Übrigen sehr empfehlen, weil wir so frei und unabhängig von öffentlichen Verkehrsmitteln und Tourgruppen durch das nordafrikanische Land reisen konnten.
Ausführliche Tipps zum Thema Mietwagen in Ägypten findest Du in unserem Blogbeitrag Auto mieten in Ägypten – Unsere Erfahrungen und Tipps.

Die gewonnene Unabhängigkeit wird jedoch kurzzeitig zur Herausforderung, denn Elephantine ist eine autofreie Insel, auf der auch andere motorisierte Fahrzeuge keinen Zugang haben. Daher lassen wir das Auto in einer kostenlosen Parkbucht am Straßenrand nahe des Piers stehen.
Kurz streifen uns Gedanken an Vandalismus oder Einbruch, doch wir verwerfen sie schnell wieder. Stattdessen „besuchen“ wir den Mietwagen während unseres einwöchigen Aufenthalts auf Elephantine Island regelmäßig, um zu prüfen, ob keine Parkverbotsschilder aufgetaucht sind und der Wagen nicht abgeschleppt wurde.
Da wir uns bereits im Vorfeld telefonisch eine Unterkunft organisiert haben, kommen wir in den Genuss eines kostenlosen privaten Bootstransfers nach Elephantine. Alternativ verkehren in kurzen, regelmäßigen Abständen öffentliche Fähren zur Insel.
Die Kosten für die kurze Überfahrt lagen während unseres Aufenthalts pro Person und Fahrt bei kaum 0,30 €. Assuan verfügt allerdings über mehrere Piers, so dass Du vorab prüfen solltest, welcher für Deine Überfahrt nach Elephantine der richtige ist.
Unsere Unterkunft auf Elephantine Island
Unsere Unterkunft, das King Mina Nubian House* auf Elephantine Island, buchen wir bereits im Vorfeld. Die Auswahl ist angesichts der Größe der Insel überraschend groß, die Preise durchweg moderat.
Auffällig ist dabei, dass viele Unterkünfte auf Buchungsplattformen sehr hohe Bewertungen haben und auf den ersten Blick einen entsprechend hohen Standard erwarten lassen. Vor Ort relativiert sich dieser Eindruck jedoch häufig ein wenig.
Die Zimmer sind in der Regel völlig in Ordnung, sauber und dem Preis angemessen, wirken aber oft etwas einfacher und weniger modern, als es die Bewertungen und Fotos zunächst vermuten lassen.
Mit unserer Unterkunft im südwestlichen Teil der Insel landen wir jedoch einen Treffer. Wir beziehen ein sauberes, geschmackvoll eingerichtetes Zimmer und genießen die herrliche Dachterrasse mit Blick auf den Nil und die gegenüberliegende Dünenlandschaft.

Eine große Gemeinschaftsküche steht ebenfalls zur freien Verfügung. Besonders in Erinnerung bleibt uns die außergewöhnliche Gastfreundschaft der Familie. Im Vergleich zu vielen anderen Erfahrungen im Land haben wir hier kein einziges Mal das Gefühl, abgezockt zu werden.
Stattdessen erleben wir eine große Hilfsbereitschaft. So fährt uns Mohammed beispielsweise mit seinem privaten Boot zum Ausgangspunkt einer Wanderung am anderen Nilufer, ohne dafür etwas zu verlangen. Und auch für das Brot, das wir jeden Morgen über ihn geliefert bekommen, wohlgemerkt ohne gebuchtes Frühstück, will er keinen Cent annehmen.
Viele Unterkünfte auf Elephantine liegen am östlichen Ufer der Insel. Bei unseren Erkundungstouren stellen wir jedoch fest, dass dieser Teil nicht besonders einladend wirkt. Zwar stehen die Häuser nah am Nil, doch im Hintergrund erscheint vieles leider vermüllt und teilweise heruntergekommen.
Wenn Du die Wahl hast, würden wir Dir daher empfehlen, eher eine Unterkunft auf der westlichen Seite der Insel zu suchen. Dort wirkt die Umgebung insgesamt ruhiger, gepflegter und landschaftlich deutlich stimmiger.
Sehenswürdigkeiten in und um Assuan
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Assuan und rund um die Stadt bieten eine große Vielfalt an Aktivitäten und haben das Potenzial, problemlos mehrere Tage zu füllen.
Zu den wichtigsten Reisetipps für Assuan zählen die beeindruckenden Bauwerke und Hinterlassenschaften der Alten Ägypter, wie etwa der Tempel von Philae oder die Gräber der Adligen. Während das Aga-Khan-Mausoleum nur von außen zu besichtigen ist, kannst Du die Ruinen des Simeonsklosters erkunden und so in die christliche Geschichte Ägyptens eintauchen.
Landschaftlich ist Assuan ein echtes Highlight, denn deutlicher als hier sind die Kontraste zwischen der trockenen Wüstenlandschaft der Sahara und dem fruchtbar grünen Tal des Nil kaum irgendwo sonst zu sehen.
Im Süden des Landes ist zudem das Volk der Nubier stark vertreten. Die Ethnie ist bekannt für ihre kräftigen, farbenfrohen Wandmalereien und eine besondere Architektur, die in den nubischen Dörfern rund um Assuan eindrucksvoll zur Geltung kommt. Berühmt, wenn auch nicht unumstritten, ist außerdem der Assuan-Staudamm, eine der markantesten Sehenswürdigkeiten der Region.
Im Folgenden stellen wir Dir einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in und um Assuan genauer vor und geben Dir hilfreiche Reisetipps für die Planung Deiner Aktivitäten in Assuan.

Reise Know-How: Ägypten Landkarte*
- Reiß- und wasserfest
- Handliches Format: 70×100 cm
- 2-seitig bedruckt
Reise Know-How Landkarten zeichnen sich durch besonders stabiles Kunststoffpapier aus, das beschreibbar ist wie Papier, sogar mit Bleistift. Der Pappumschlag ist abnehmbar, so dass sich die Karte bequem in jede Tasche stecken lässt.
Assuan – Lebendiges Stadtleben und Souk-Kultur
Assuan ist eine lebhafte und teils auch anstrengende Stadt, die jedoch an manchen Stellen reizvolle Überraschungen bereithält. Besonders erwähnenswert ist der riesige, mindestens 1 km lange und überdachte Souk.
Während die Marktstraße am Anfang stark auf Tourismus und Souvenirhandel ausgerichtet ist, wird es in Richtung Bahnhof deutlich authentischer, wo der Markt überwiegend von Einheimischen besucht wird. Ein Abstecher lohnt sich hier besonders, ebenso wie der Kauf von Datteln, Gewürzen oder frischem Obst.
Zudem entdecken wir beim Bummeln immer wieder kleine Lokale, die uns mit gutem ägyptischem Essen, auch zum Mitnehmen, begeistern. Von Chicken Shawarma über gefüllte Crêpes und Falafel bis hin zu Gerichten mit Favabohnen kann man sich hier durch die vielfältige Küche Nordafrikas probieren.

Elephantine Island: Zwischen Nilromantik und Realität
Auf einer Länge von etwa 1,2 km und einer Breite von rund 400 m beherbergt Elephantine Island im südlichen Teil ein nubisches Dorf und zahlreiche Unterkünfte. Der nördliche Teil der Insel wird vollständig vom Mövenpick Resort* eingenommen, was optisch etwas wirkt, als hätte eine vierspurige Autobahn in der Sahara ihren Platz gefunden.
Ob der Name auf afrikanische Elefanten oder auf die Form der Insel zurückgeht, bleibt spekulativ. Die Nilinsel war im Alten Ägypten ein wichtiger Grenz-, Verteidigungs- und Handelsposten zwischen Ägypten und Nubien. Sie bildete außerdem einen natürlichen Schiffspassagepunkt für den Flusshandel und war zudem ein religiöses Zentrum.
Elephantine Island wird oft stark gehypt. In Reiseführern und Blogs wirkt die Nilinsel wie ein idyllisches Eiland abseits der Großstadt. Unsere Eindrücke bestätigen das jedoch nur teilweise.
Das Setting innerhalb des Nilarchipels und die Kulissen sind ohne Frage wunderschön. Besonders im Süden, rund um die Ruienen der archäologische Ausgrabungsstätte der antiken Stadt Abu, erstreckt sich eine felsige, von Granit geprägte Landschaft, die kaum von Touristen besucht wird und sich hervorragend für Sonnenuntergänge eignet.

Bei genauerer Erkundung zeigt sich jedoch eine deutlich weniger schöne Seite. Das Dorf und seine Umgebung wirken sehr heruntergekommen und extrem dreckig. Müll sehen wir in Ägypten häufiger als in vielen anderen Ländern, doch hier liegen die Abfallberge wirklich überall, innerhalb der Ortschaften und direkt vor den Häusern. Der Müll wird teilweise verbrannt, was täglich zu unangenehmen Rauchschwaden führt.
Und dennoch können wir uns auf unserer Dachterrasse oder an unseren Lieblingsplätzen bei den Ruinen im Süden zurückziehen und die Ruhe genießen. Elephantine hinterlässt bei uns sehr gemischte Eindrücke. Schön und zugleich deutlich von Herausforderungen geprägt, sodass wir den Hype nur bedingt nachvollziehen können.

Felukenfahrt auf dem Nil zum Sonnenuntergang
Eine Felukenfahrt auf dem Nil gehört zu den absoluten Must-Dos und zählt zu den Highlights unseres Trips nach Assuan. Eine Feluke ist ein schmales, bis zu 20 m langes, flaches Segelboot aus Holz. Typisch sind diese Boote für den Nil und die Region rund um das Rote Meer. In Assuan starten die kleinen Boote fast täglich zu ein- bis zweistündigen Touren rund um die Inseln.
Allerdings braucht es dafür definitiv Wind. Von seiner Kraft getragen, gleiten wir bei unserer Felukenfahrt bei Sonnenuntergang auf dem Fluss entlang der Silhouette von Assuan und durch das kleine Archipel rund um Elephantine Island. Die Atmosphäre auf dem Wasser im letzten Tageslicht wirkt unglaublich entspannend und lässt uns den Lärm der Stadt vergessen.

Wir haben unsere Fahrt direkt vor Ort über unseren Guesthouse-Besitzer organisiert und über einen von ihm empfohlenen Kapitän gebucht und etwa 800 EGP bezahlt, also weniger als 15 €. Solche lokalen Angebote können funktionieren, setzen aber meist etwas längere Verhandlungen, Verhandlungsgeschick und Flexibilität voraus.

Wenn Du es entspannter und planbarer möchtest, kannst Du eine Felukenfahrt auf dem Nil auch vorab über GetYourGuide* buchen. Dort sind Dauer, Ablauf und Preis klar definiert, teilweise sind auch kleine Touren mit Guide enthalten, die Dir zusätzlich etwas zur Umgebung und den Inseln erzählen.
Gerade für den Sonnenuntergang ist das eine sehr unkomplizierte Möglichkeit, dieses Erlebnis fest einzuplanen. Dabei lassen sich die über GetYourGuide* angebotenen Touren in der Regel bis 24 Stunden vorher kostenlos stornieren, falls sich Deine Pläne spontan ändern.
Old Cataract Hotel – Tod auf dem Nil
Das Old Cataract Hotel Aswan* wurde zur Jahrhundertwende 1899 von Thomas Cook erbaut und 1900 für europäische Reisende eröffnet. Es liegt am Ostufer des Nils mit Blick auf Elephantine und die umliegenden Felsinseln. Im Kolonialstil gestaltet, strahlt das Hotel bis heute historische Erhabenheit und architektonische Schönheit aus.
Cineasten werden das Hotel besonders schätzen, denn hier wandelte schon der belgische Detektiv Hercule Poirot. Die britische Autorin Agatha Christie nutzte Assuan und die Umgebung als Schauplatz ihres Romans „Tod auf dem Nil“. Auch die Verfilmung des Stoffes mit Peter Ustinov wurde hier bzw. in der Region inszeniert.
Wer hier übernachtet, bewegt sich nicht nur auf den Spuren der Kriminalliteratur, sondern trifft auch auf Geschichten zahlreicher Berühmtheiten. Zu den Gästen gehörten Politiker und Mitglieder von Königshäusern, etwa Winston Churchill, Margaret Thatcher, Jimmy Carter, François Mitterrand sowie Persönlichkeiten wie Prinzessin Diana, Henry Kissinger und der ägyptische König Farouk I.

Heute steht das Old Cataract Hotel* unter Denkmalschutz. Es befindet sich im Besitz des ägyptischen Staates, wird jedoch von einer französischen Luxus-Hotelkette betrieben.
Auch ohne Übernachtung kann sich ein Besuch des Old Cataract Hotels in Assuan lohnen. Je nach Tageszeit und Auslastung ist es möglich, in den öffentlichen Bereichen wie der Terrasse oder den gastronomischen Angeboten einzukehren und dabei einen Kaffee oder Tee mit Blick über den Nil und Elephantine Island zu genießen.
Praktischer Tipp: Reisewäscheleine*
Handlich, praktisch, leicht. Mit einer Reisewäscheleine* kannst Du das Mitschleppen von Wäscheklammern vermeiden und Deine Klamotten auch bei Wind trocknen. Die gezwirbelte Leine ermöglicht es Dir nämlich Deine Klamotten einzuklemmen. Weitere Tipps und Empfehlungen zu nützlichen, funktionalen Reiseutensilien findest Du auf unserer Roadtrip Packliste.
Wanderung zum Simeons Kloster und den Gräbern der Adligen
Schon von der Dachterrasse unserer Unterkunft auf der Elephantine erblicken wir die prächtige Kulisse des Aga-Khan-Mausoleum, das jedoch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Nur wenige hundert Meter entfernt liegen die Ruinen des Simeonskloster inmitten der Wüstenlandschaft.
Mit dem privaten Boot unseres Guesthouse-Besitzers werden wir in wenigen Minuten von Elephantine zum Westufer des Nils gebracht. Beinahe unwirklich erscheint dieser Anblick. Gerade befinden wir uns noch auf den Wellen des Nil, mitten im fruchtbaren Niltal, doch kaum zehn Meter weiter beginnt bereits die Wüste. Hohe Dünen ragen steil vom Ufer auf, während sich die Sahara unmittelbar anschließt.

In der Hitze des Tages steigen wir zunächst den Berg zum Simeonskloster hinauf. Anschließend wandern wir durch tiefen Sand über die Dünen zu den Gräbern der Adligen (Tombs of the Nobles), die häufig auch als „Gräber der Noblen“ bezeichnet werden. Diese Felsgräber aus dem Alten und Mittleren Reich dienten als Begräbnisstätten für hohe Beamte, Gouverneure und Würdenträger.

Mit dem bereits schwindenden Tageslicht nutzen wir die Chance und erklimmen einen Aussichtspunkt oberhalb der Gräber. Von dort genießen wir ein atemberaubendes Panorama mit Sonnenuntergang über dem Nil und Blick auf Assuan sowie das umliegende Archipel.
Das glitzernde Licht auf dem Wasser zählt zu den schönsten Momenten unseres Assuan-Aufenthalts und lohnt jede schweißtreibende Wanderung durch den Sand. Nach unserem Ausflug setzen wir mit der öffentlichen Fähre vom West- zum Ostufer nach Assuan über.

Wenn Du mehr über das Simeonskloster und die Umgebung erfahren möchtest, kannst Du über GetYourGuide* auch geführte Touren zum Kloster buchen und Dir dabei die Geschichte und Landschaft direkt vor Ort erklären lassen.
Nubische Dörfer rund um Assuan
Die Nubier sind eine jahrtausendealte Ethnie, die heute im Sudan und im südlichen Ägypten lebt. Sie gehören zur nilo-saharanischen Sprachfamilie und haben sich ihre eigene Kultur und Sprache bis heute bewahrt.
Umso bemerkenswerter ist das, da das Volk durch den Bau des Assuan-Staudamms in den 1960er-Jahren auseinandergerissen und in Gebieten südlich von Assuan neu angesiedelt wurde. Mit der Flutung des Nassersees gingen zahlreiche nubische Dörfer unwiederbringlich verloren, viele Menschen verloren ihre Heimat.
Bekannt sind die Nubier vor allem für ihre eindrucksvolle Architektur und ihr kunsthandwerkliches Erbe. Unsere erste Unterkunft in Assuan ist ein echtes Vorzeigeobjekt des nubischen Stils, der durch Wohnlichkeit und liebevolle Details geprägt ist.

Kräftige Farben, bunte Wandmalereien und Stoffe sowie gemütlich wirkende Wohnaccessoires bestimmen das Bild. Das Fenti Resort* liegt am Rand eines nubischen Dorfes am Westufer des Nils, südlich von Assuan.
Im Zuge des Tourismus sind jedoch einige dieser Orte rund um Assuan stark kommerzialisiert worden. Während wir uns zu Beginn noch in einem kleinen, abgeschiedenen und vermeintlich untouristischen Dorf wähnen, merken wir spätestens bei unserem Rundgang, dass dieser Eindruck trügt.

Nach wenigen hundert Metern öffnet sich eine Gasse, überladen mit Töpferwaren, Kunsthandwerk, Kleidung und Souvenirs, durch die täglich Bootsausflügler geschleust werden.
So ernüchternd dieser Anblick auch ist, so sehr faszinieren uns die kunstvollen Wandgemälde an den Häusern. Besonders beeindruckend sind die teils an Friedensreich Hundertwasser erinnernden Gebäude mit ihren verspielten Formen, detailreichen Verzierungen und leuchtenden Farben.
Assuan-Staudamm: Gigantisches Bauwerk mit Schattenseiten
Schon seit Schulzeiten steht Assuan für uns untrennbar in Verbindung mit dem berühmten Assuan-Staudamm. Der Bau begann 1960 und dauerte bis 1970, die offizielle Inbetriebnahme erfolgte 1971.
Benannt nach dem ehemaligen ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser, erstreckt sich der zugehörige Nassersee südlich des Hochdamms bis in den Sudan. Auf rund 500 km Länge und zwischen 5 und 35 km Breite fasst das Reservoir bis zu 169 km³ Wasser. Die endgültige Füllung des Sees, im Sudan als Nubia-See bekannt, war erst 1975 abgeschlossen.
Was als Prestigeprojekt für Hochwasserschutz, Energiegewinnung sowie die Sicherung von Bewässerung und Trinkwasserversorgung begann, ist bis heute nicht frei von Kritik. Neben ökologischen Folgen werden auch wirtschaftliche Langzeitfolgen diskutiert.
Besonders schwer wiegen die kulturellen Brüche durch die Umsiedlung zehntausender Nubier, deren Dörfer in den Fluten des Sees verschwanden. Innerhalb der nubischen Community wird der Bau teilweise auch politisch interpretiert – als Eingriff mit tiefgreifenden Folgen für die regionale und kulturelle Struktur.

Weitere Sehenswürdigkeiten rund um Assuan
Neben den Highlights in der Stadt und um Elephantine Island gibt es weitere Sehenswürdigkeiten rund um Assuan, die Du Dir nicht entgehen lassen solltest.
Nördlich der Stadt, am Ostufer des Nils, liegen zudem der Tempel von Kom Ombo* und der Tempel von Edfu*. Mit dem eigenen Auto lassen sich diese gut als Zwischenstopps auf dem Hin- oder Rückweg nach Luxor einplanen. Beide Tempel gehören zu den wichtigsten Stationen entlang der klassischen Reiseroute zwischen Assuan und Luxor.
Stadtnah, aber nur mit dem Boot zu erreichen, ist der Tempel von Philae*. Der Tempel liegt auf einer Insel im Nil und zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen in Assuan. Einen Besuch kannst Du wunderbar mit einer Bootstour über den Nil zum Sonnenuntergang verbinden.
Abu Simbel – Ausflug zu den Tempeln jenseits von Assuan
Wenn Du etwas mehr Zeit im Gepäck hast, empfehlen wir Dir als absolutes Must-Do einen Ausflug zu den Tempeln von Abu Simbel, rund drei Stunden südlich von Assuan.
Abu Simbel gehört zu unseren persönlichen Highlights unter den baulichen Meisterwerken des Alten Ägyptens. Die beiden Felstempel mussten dem ansteigenden Wasserpegel des Nassersees weichen und wurden zwischen 1963 und 1968 komplett abgetragen.
Die im 13. Jahrhundert v. Chr. unter Pharao Ramses II. errichteten Bauwerke stehen heute etwa 200 m weiter und rund 65 m höher auf einer künstlichen Anhöhe.
Der Große Tempel von Ramses II. und der Hathor-Tempel der Nefertari gehören seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe und liegen im Süden Ägyptens, unweit der sudanesischen Grenze und etwa drei Autostunden von Assuan entfernt.

Wir empfehlen mindestens eine Übernachtung, optimal sogar zwei, um Dich vom Leben im Dorf einfangen zu lassen. Für einen Abu-Simbel-Trip ist die Anreise mit dem Mietwagen eine entspannte und selbstbestimmte Option.
Ausführliche Tipps findest Du in unserem Blogbeitrag Auto mieten in Ägypten – Unsere Erfahrungen und Tipps.
Alternativ kannst Du den öffentlichen Fernbus nutzen oder eine geführte Tour über GetYourGuide* buchen.
Bei einem Tagesausflug solltest Du bedenken, dass Du Assuan sehr früh verlässt und erst am späten Vormittag vor Ort bist. Dann ist der Tempel stark besucht und Du teilst Dir den Besuch mit vielen anderen Menschen.
Wir haben zwei Nächte im Wawat Guesthouse* verbracht und konnten das Dorf in Ruhe erkunden, sobald die Tagesgäste wieder weg waren.
Unseren Tempelbesuch haben wir mit nur wenigen anderen Besuchern früh morgens um 6 Uhr gestartet. So standen wir pünktlich zum Sonnenaufgang vor den beiden faszinierenden Tempeln, die zu dieser Tageszeit in ein traumhaftes Licht getaucht werden.
Wenn Du mehr über Abu Simbel erfahren möchtest, findest Du alle wichtigen Infos in unserem ausführlichen Blogartikel Abu Simbel in Ägypten – Felsentempel & Sonnenwunder.
Kaffeekasse – Unterstütze unseren Blog
Es macht uns großen Spaß, unseren Blog zu gestalten und andere Reisende an unseren Erfahrungen teilhaben zu lassen. Wenn Du unsere Arbeit unterstützen oder Dich für die Infos bedanken möchtest, freuen wir uns immer über einen kleinen Beitrag für die Kaffeekasse. Wenn Du bei Paypal FREUNDE auswählst, dann ist es für uns GEBÜHRENFREI. Vielen Dank! Hier geht es zur Kaffeekasse.
Assuan & Elephantine Island – Unser persönliches Fazit
Assuan und Elephantine Island sind nach unserem persönlichen Fazit unbedingt eine Reise wert. Auch wenn wir gemischte Gefühle zur Nilinsel mitnehmen, haben wir die Zeit vor Ort sehr genossen.
Besonders die Wanderung zu den Gräbern der Adligen oder eine Felukenfahrt bei Sonnenuntergang zählen zu den Highlights, die uns besonders in Erinnerung bleiben.
Assuan und seine Umgebung bieten viel Potenzial, um dort mehrere abwechslungsreiche Tage zu verbringen. Die Atmosphäre rund um das kleine Nilarchipel und der harte Kontrast zur angrenzenden Wüste machen den Ort einzigartig.
Wer eine Reise nach Assuan unternimmt, sollte auf keinen Fall den weiten Ausflug zu den Tempeln von Abu Simbel scheuen. Für uns war das einer der eindrucksvollsten Orte entlang des gesamten Niltals und ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst.
Am Ende ist es genau diese Mischung aus Geschichte, Wüste, Nil und Alltag, die Assuan so besonders macht.
Reise Know-How: Reiseführer Ägypten*
- 636 Seiten
- 74 Stadtpläne und Karten
- Über 550 Fotos
Ob Aktivurlaub oder Kulturreise, Ägypten mit diesem Reiseführer entdecken: Das Niltal von Kairo bis Abu Simbel – erweitert um den Suez-Kanal sowie die traumhaften Badeorte, Wüstenlandschaften und Küsten am Roten Meer …
MARCO POLO: Reisefürher Ägypten*
-
Insider‑Tipps abseits der Hotspots
-
Große herausnehmbare Faltkarte
-
Kostenlose Touren‑App mit Online‑ & Offlinekarten
Ob Aktivurlaub oder Kulturreise, Ägypten begeistert mit Natur und weltberühmten Sehenswürdigkeiten. Erkunde das Tal der Könige mit dem Rad, besteige den Moseberg für einen Sinai-Sonnenaufgang und entspanne danach an den Stränden des Roten Meers …
*HINWEIS: Dieser Bericht enthält Werbung und Affiliate-Links. Das bedeutet, dass wir für alle Artikel oder Unterkünfte, die Du über einen solchen Link auf unserer Website kaufst oder buchst eine kleine Provision erhalten. Wir empfehlen nur Produkte, die wir auch selber nutzen oder guten Gewissens empfehlen können. Dabei entstehen Dir keine Mehrkosten und Du unterstützt uns darin auch weiterhin gute und informative Artikel auf Hummeln im Arsch zu veröffentlichen. Wir danken Dir für Deine Unterstützung.



