Roadtrip – Mit dem Wohnmobil nach Spanien

von Edith
Spanien mit dem Wohnmobil - Freistehen am Strand von San Roque mit Blick auf Gibraltar

Reisebericht: Spanien Roadtrip mit dem Wohnmobil

Mit dem Wohnmobil nach Spanien zu reisen ist auch heute, etliche Jahrzehnte nach seiner „Eroberung“ durch die Reise- und Camper-Community, ein nicht minder spannendes Erlebnis der besonderen Art. Denn gleichwohl der südeuropäische Staat die Touristen wie ein Magnet anzieht, verspricht ein Spanien Roadtrip mit dem Camper einzigartige und überraschende Eindrücke dieses Teils der Iberischen Halbinsel.

Dabei reizt es natürlich mit dem Wohnmobil entlang der spanischen Küste zu fahren. Doch auch das Landesinnere hält vielfältige, verlockende Landschaften und Ziele bereit, die es Dir auch in Spanien immer noch ermöglichen mit dem Wohnmobil an wundervollen Orten freizustehen.

Bergregionen, Flusstäler und pittoreske Dörfer und Städte liegen auf der Route, die unser Roadtrip mit dem Camper durch Spanien offenbart und uns bezaubern.

Wilde Bergregion und Flußtal in Kastilien-La Mancha
In den Wäldern der Mancha

Auch kulturell bietet Spanien natürlich vielfältige Destinationen und wartet zudem mit vielen, entdeckungswürdigen Städten auf, wobei wir uns vermehrt auf die natürlichen Highlights fokussieren.

Unsere Reiseroute mit dem Wohnmobil durch Spanien lässt unsere Herzen höher schlagen und hält uns fast drei Monate im Land, bevor wir zum Überwintern nach Marokko weiterzuziehen.

Ist das nordafrikanische Land auch Dein Ziel, kannst Du gerne mal in unseren Blog-Beitrag Marokko Roadtrip mit dem Wohnmobil reinschauen.

In diesem Reisebericht aber stellen wir Dir unsere Reiseroute mit dem Wohnmobil durch Spanien vor und möchten Dich mitnehmen, die Eindrücke und Erfahrungen von unserem Roadtrip mit dem VW T4 durch das südeuropäische Land mit uns zu teilen.

Lust auf mehr visuelle Inspirationen und Reise-Stories? Dann check gerne mal unseren Instagram und Facebook Kanal! Oder folge unserer Reise auf Polarsteps.

Camping & Freistehen – Mit dem Wohnmobil nach Spanien

Zunächst möchten wir Dir aber noch einige Tipps und Informationen zum Camping und Freistehen in Spanien geben. Das Freistehen ist in Spanien nämlich offiziell nicht erlaubt und kann auch mit hohen Bußgeldern bestraft werden.

Allerdings gibt es, insbesondere außerhalb der Hochsaison und im Landesinneren immer noch Orte, wo dies geduldet ist oder schlicht nicht geahndet wird, weil niemand sich daran stört.

Alternativ findest Du in Spanien aber eine Vielzahl kostenfreier Wohnmobil Stellplätze oder Du nutzt einen der zahlreichen Campingplätze oder kostenpflichtigen Womo-Stellplätze, die es in wirklich jeder Preisklasse gibt.

Gerade dann, wenn Du freistehst, gilt es natürlich und selbstverständlich, keine Spuren zu hinterlassen und Deinen Müll wieder mitzunehmen. Dafür findest Du überall am Straßenrand große Müll- und Receycling-Container für Papier, Plastik und Glas.

Detaillierte Tipps rund um Deinen Roadtrip mit dem Wohnmobil nach Spanien findest Du in unserem Blogartikel Camping in Spanien – Unsere Erfahrungen und Tipps.

Freistehen in Spanien am See mit dem VW T4 California Aufstelldach
Freistehen bedarf Verantwortung: Nimm Deinen Müll wieder mit!

Auf den kostenfreien Wohnmobil-Stellplätzen gibt es zudem Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten für Wasser, Grauwasser und Toilettenentleerung, die die Städte und kleinen Kommunen für Reisende zur Verfügung stellen.

Übrigens: Wenn Du das nervige Entleeren einer Chemietoilette künftig vermeiden möchtest, finden sich unterschiedliche Optionen, dies zu umgehen. In unserem Blog-Artikel Toilette im VW Bus – Unsere Erfahrungen und Tipps erläutern wir diese ausführlich.

Mit dem Wohnmobil nach Spanien – Unsere Reiseroute

Unsere Reiseroute mit dem Wohnmobil nach Spanien ist völlig offen, als wir die Pyrenäen überqueren und Frankreich hinter uns lassen. Denn eine Woche zuvor wissen wir noch gar nicht, dass wir die Iberische Halbinsel als Destination auswählen.

So richtig beschäftigen wir uns auch erst bei Ankunft im Land mit den optionalen Zielen. Verbringen eine erholsame Nacht an einem klaren Gebirgsfluss, nachdem wir die vergangenen Tage durch sintflutartige Regenfälle in Frankreich fahren.

Reise Know-How: Spanien Landkarte*

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Reise Know-How Landkarten zeichnen sich durch besonders stabiles Kunststoffpapier aus, das beschreibbar ist wie Papier, sogar mit Bleistift. Der Pappumschlag ist abnehmbar, so dass sich die Karte bequem in jede Tasche stecken lässt.

Sollte das Wetter aber mitspielen und Du hast Zeit im Gepäck, lohnt auf dem langen Fahrweg zur Iberischen Halbinsel ein Zwischenstopp im Dordogne-Tal in Südfrankreich. Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest, dann widme Dich doch mal unserem Artikel Urlaub im Dordogne-Tal.

In Spanien angekommen lassen wir uns inspirieren von den Möglichkeiten, die uns die Autonome Gemeinschaft Aragonien und seine Nachbarregion Navarra bieten. Womit unsere eigentliche Reise mit dem Wohnmobil durch Spanien beginnt und wir uns schließlich von den unterschiedlichen Landschaften in den Bergen und am Meer, wie auch den pittoresken Orten des Landes überraschen lassen.

Mallos de Riglos – Paradies für Wanderer und Kletterer

Das erste, „echte“ Ziel auf unserem Roadtrip mit dem Camper durch Spanien liegt in der Autonomen Gemeinschaft Aragonien, wo die Ausläufer der Pyrenäen eine eindrucksvoll faszinierende Landschaft bilden.

Die Mallos de Riglos entpuppen sich als überschaubarer Komplex steiler Felswände und geradezu rund geschliffener, optisch einprägsamer, hoher Gesteine.

Die Mallos de Riglos im Abendilcht
Eindrucksvoll erleuchten die Mallos de Riglos im Abendlicht

Wenngleich unser Besuch nur einen Nachmittag und eine Nacht umfasst, begeistern uns die gewaltigen Gebilde der Mallos de Riglos. Kleine, moderate, aber lohnenswerte Wanderungen führen rund um die Felsen herum und zeigen uns mal wieder die Prächtig-, aber auch die Mächtigkeit der Natur.

Wir nutzen die Möglichkeit auf einem von der Gemeinde zur Verfügung gestellten, etwas abseits gelegenen Parkplatz, kostenfrei die Nacht zu verbringen. Dort werden wir mit einem gigantischen Sonnenuntergang mit Blick auf die riesige Felswand beschenkt.

Kostenloser Parkplatz für Wohnmobile Mallos de Riglos
Einen gigantischen Blick auf die Felsen offenbart unser Nachtspot

Die Kalksteinformationen bilden auch einen sehr beliebten Anziehungspunkt für Kletterer in dieser Gegend, weshalb Du einen Besuch am Wochenende meiden solltest. Denn, während unseres Aufenthalts am Samstag füllen sich die Parkplätze nur so mit sportbegeisterten Menschen aus dem Umland, die mit ihren Seilen die schwindelerregenden Steilwände erklimmen.

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Bardenas Reales – Eine Halbwüste Mitten in Europa

Dem Bild nach, welches uns die Bardenas Reales zeigt, befinden wir uns bei unserem nächsten Stopp kaum noch in Europa. Doch keine zwei Stunden weiter südöstlich der Kletterregion eröffnet sich uns ein Panorama skurriler Felsen und Plateaus aus ockerfarbenem Lehm, Sand- und Kalkstein.

Bardenas Reales Halbwüste
Eine skurille Wüstenlandschaft: Die Bardenas Reales

Ausgetrocknete Flussbetten und weite, sandige Ebenen zeichnen eine Wüstenlandschaft, die wir in weitaus südlicheren Gefilden dieser Erde zu wissen glauben. Magisch wirkt dieser Teil Spaniens auf uns, als sei er einer anderen Zeit und Welt entrissen.

Tatsächlich stellt die Bardenas Reales eine richtige Halbwüste von über 400 km² in Navarra, dem Norden der Iberischen Halbinsel. Schon seit 1999 ist sie als Naturpark geschützt und seit Ende 2000 kennzeichnet die UNESCO diese Gegend als Biosphärenrevat.

Mit dem Camper durch die Halbwüste Bardenas Reales in Spanien
Blick über die weite Ebene der Halbwüste

Mit unserem Camper fahren wir entlang einer staubigen, mitunter holprigen Piste einen Zirkel durch das Gebiet der Bardenas Reales, deren bekanntestes Motiv wohl den steil in die Höhe ragenden Castil de Tierra ausmacht. Kaum zwei Stunden dauert dieser Rundkurs, doch überzeugt er uns mit spektakulären Kulissen.

Der steil in die Höhe ragende Castil de Tierra in der Bardena Reales Halbwüste Spanien
Der Castil de Tierra

Albarracín – Ein steiles Vergnügen

Diese Beschreibung trifft es ziemlich sicher. Denn unser Ausflug ist geprägt von äußerst steilen Straßen, die sich zum Ortskern und der alten Stadtmauer durch den kleinen Ort Albarracín ziehen.

Ein Bild, in Terrakotta getüncht, zeichnet die pittoresken Gebäude, die auf einem Felsen über dem Lauf des Río Guadalaviars thronen. Der Fluss umschließt die Kleinstadt in der Autonomen Region Aragonien fast völlig.

Albarracín Tourist Office
Charmant zeigt sich das Städtchen Albarracín

Rund um einen kleinen Platz im Zentrum des Ortes, steigen schmale Gässchen in die Höhe. Dort gewinnen wir einen Weitblick über die umliegenden Berge. Auf der anderen Seite des Flusses finden wir einen Aussichtspunkt, der ein tolles Panorama auf Albarracín offenbart.

Bist Du in dieser Region unterwegs, lohnt ein Abstecher zur Erkundung der Stadt und einem Spaziergang rund um den Felsen und entlang des Río Guadalaviars.

Panoramablick auf Albarracín Spanien
Die Altstadt thront hoch über dem Río Guadalaviar

Die „hängenden“ Häuser von Cuenca

Der Weg nach Cuenca führt uns durch eine abgeschiedene Gegend in der Region Kastilien-La Mancha. Quer durch tiefe Wälder, mitten in die pure Natur und weit ab eines Internet-Signals. Wir übernachten an Stauseen, hören kaum ein Auto und sehen niemanden.

Bildet die Mancha Kulissen mit weiten Ebenen, liegt das Städtchen Cuenca mit etwa 55.000 Einwohnern noch im Übergang zu den Bergen. Auf einem breiten Felsplateau erhebt sich der Ort zwischen Río Júcar und Río Huécar.

Blick auf die hängenden Häuser von Cuenca Spanien
Die hängenden Häuser von Cuenca

Eine steile Felswand entlang des Ufers, nahe der Altstadt, bildet den Blickfang für die Touristen. Hier nämlich „hängen“ die Häuser geradezu am Felsen, deren Balkone in gruseliger Höhe über die Schlucht hinausragen, was seine Wirkung nicht verfehlt. Stets mögen wir glauben, sie könnten jederzeit in die Tiefe stürzen.

Die Altstadt selbst ist schon seit 1996 Teil des Weltkulturerbes der UNESCO und trumpft mit kleinen Gässchen, historischen Gebäuden und seiner Kathedrale.

Wir nächtigen auf einem etwas entfernten Parkplatz, der uns einen traumhaften Blick auf das Panorama der Stadt eröffnet und uns einen imposanten Sonnenuntergang beschert.

Parkplatz für die Nacht mit Blick auf Cuenca bei Sonnenuntergang
Sonnenuntergangs-Spot mit Blick auf Cuenca

Im Land der Windmühlen – Auf Don Quijotes Spuren

Dem stetigen Kampf gegen Windmühlen verschreibt sich Don Quijote von der Mancha in seinem Wahn, diese weißen Gebilde seien Riesen. Eine gewisse Größe jedenfalls charakterisieren die Windräder auf jeden Fall, die die zylinderförmigen Bauten schmücken. Heute zwar meist ohne Segel, stechen sie mit ihren hölzernen Rotor-Blättern hervor.

Windmühel in der Mancha Spanien
Auf kleinen Hügeln stechen die Windmühlen der Mancha heraus

Mehr zufällig, sie liegt eben auf dem Weg gen Süden, streifen wir diese Region auf unserer Reiseroute durch Spanien und bleiben. Wohlgemerkt auch der Tatsache geschuldet, dass wir die Werkstatt aufsuchen müssen, was auf der „Routa de Don Quijote“ ein paar unverhoffte Ziele birgt.

Schließlich lockt uns der Wandel auf den Spuren des „Ritters von der traurigen Gestalt“ so sehr, dass wir uns nicht nur die Umgebung anschauen, sondern gleich in die Geschichte des Don Quijote’s eintauchen.

Literaturtipp: Don Quijote von der Mancha*

Mit grandiosem Einfallsreichtum erzählt Cervantes von den Abenteuern des verarmten Adligen, der in einer Traumwelt vergangener Ritterzeiten lebt, und seines treuen Waffenträgers Sancho Pansa. Ähnlich wie Goethes Faust für die Deutschen ist Don Quijote für die Spanier zum Sinnbild eines nationalen Genius geworden. Die Sympathie des Erzählers für seine Figuren und sein liebevoll-ironischer Ton machen Don Quijote zum wunderbarsten Antihelden der Weltliteratur.

Die Landschaft der Mancha ist flach und trocken, was Olivenbäumen und Weinreben den idealen Nährboden bietet. Und immer wieder stechen hier und dort auf kleinen Hügeln die erhabenen Windmühlen heraus.

Wir beginnen unsere Route östlich in Campo de Criptana, wo uns ein Schrauber Abhilfe bei der Autoreparatur verschafft. Während wir die Lage der Mühlen, gleich im Dorf, hier eher unspektakulär empfinden, versprüht der Ort selbst einen entspannten Charme.

Stellplatz für die Nacht vor der Kulisse der Windmühlen von Alcázar de San Juan
Die "Weißen Riesen" bei Alcázar de San Juan

Gen Westen ziehend überzeugen uns die Windmühlen bei Alcázar de San Juan als Sonnenuntergangsziel weit mehr. Abseits der Ortschaft stehen sie auf einer Erhebung, von der aus sich uns ein fantastischer Rundblick über die Umgebung bietet.

Der Route folgend beeindrucken uns im Licht des Abends die Windmühlen bei Herencia, bevor wir schließlich das wohl bekannteste Postkartenmotiv in dieser Gegend aufsuchen. Gleich mehrere, sehr gut erhaltene „Weiße Riesen“ reihen sich nahe der Ortschaft Consuegra in unmittelbarer Nachbarschaft der alten Burg.

Windmühle in La Mancha auf der Routa de Don Quijote in Spanien
Eine der Mühlen bei Herencia

Die Mittelmeerküste Andalusiens verspricht Sonne

Es ist bereits Herbst, als wir in Deutschland mit unserem Camper nach Spanien aufbrechen. Eben deshalb, weil die Sonnenwahrscheinlichkeit in Südeuropa schlicht höher ist, peilen wir dieses Ziel ja an.

Und so möchten wir natürlich auch noch ein paar warme Sonnentage am Meer erleben. Es überrascht also nicht, dass wir nach einigen Wochen im Landesinneren die Mittelmeerküste Andalusiens anfahren.

Freistehen mit dem Camper in Spanien direkt am Meer mit Lost Places im Hintergrund
Ein Spot für "Lost-Places"-Liebhaber direkt an der Küste

Einen ersten, urigen Nachtspot finden wir nördlich von Villaricos, wo uns ein felsiger Küstenabschnitt und einige leerstehende Gebäude erwarten, die jeden „Lost Places“- Liebhaber zu einer Erkundungstour verführen.

Ein Fundstück, dem wir mehr Aufmerksamkeit widmen, ist jedoch ein Strandplatz weiter südlich. Unweit der Ortschaft Mojácar verweilen wir in einer, von Felsen umrahmten Bucht direkt am Strand, die als Kulisse für den Film Die Schatzinsel in den 1970er Jahren dient.

Blick auf den Strand "Die Schatzinsel" Andalusien Spanien
Großartige Tage am Mittelmeer beschert uns die Küste Andalusiens

Wir bleiben länger als erwartet. Weil wir uns wohl fühlen, aber auch eines Blind Dates wegen, welches wir hier treffen. Mit den beiden, sehr sympathischen Deutschen, die mit ihrer Hündin im Landrover unterwegs sind, fahren wir schließlich eine weitere Bucht südwärts der Küste an.

Die Gesellschaft, das hervorragende Wetter und die Herausforderung meisternd, einer Ratte Herr zu werden, die sich in unseren Bus verirrt, genießen wir erneut großartige Tage am Mittelmeer.

Freistehen in einer einsamen Bucht in Andalusien direkt am Meer
Freistehen in einsamen Buchten am Mittelmeer

El Torcal und Antequera

Mehr zufällig stolpern wir über das Wandergebiet El Torcal und landen im Anschluss völlig unverhofft im unweit entfernten Antequera.

Die andalusische Bergwelt offenbart uns im Naturschutzgebiet von El Torcal eine zerklüftete Welt der Felsen, Schluchten und bizarren Karstgebilden. Über 1100 ha misst das Gesteins-Massiv auf einer Höhe von bis zu 1400 m.

Unsere knapp zweistündige, sehr moderate Wanderung entlang hoher Felswände, über steinige, wild bewachsene Pfade und durch enge Spalten gestaltet sich abwechslungsreich und kurzweilig. Immer wieder erblicken wir absurde Bilder riesiger Steine, die auf den Felsen wirken, als seien sie dort übereinander gestapelt.

El Torcal Naturschutzgebiet bei Antequera in Spanien
Pfannkuchen-Türme prägen "El Torcal"

Auf der Suche nach einem Spot für die Nacht gelangen wir ungeplant in das Städtchen Antequera. Charmant und pittoresk, wie wir am kommenden Tag auf unserer Erkundungstour erfahren, entpuppt sich „das Herz von Andalusien“, das sich historisch, als geographischer Knotenpunkt wie auch kulturell bedeutend gibt.

Einen Besuchermagneten stellen die Dolmen dar, die zu den größten Megalitanlagen Europas zählen und deren Bau an Magie grenzt. Tonnenschwere Steinblöcke scheinen hier, wie von Zauberhand aufeinandergesetzt zu sein.

Dolmen de Menga Antequera in Spanien
Eine historisch bedeutsame Begräbnisstätte - Der Dolmen de Menga

Mächtig erscheint auch die Alcazaba, die alte Festung, die mit ihren Türmen und dicken Mauern über Antequera thront. Pachtvolle Gebäude, gußeiserne Balkone, Kirchen, Kapellen und Brunnen zieren die Gassen der Altstadt, durch die wir uns treiben lassen und in einer der schnuckligen Bars bei köstlichen Tapas den Nachmittag verbringen.

Wir empfehlen Dir, Antequera auf jeden Fall einen Besuch zu gönnen. Wenn Du neugierig bist und mehr über das „Herz Andalusiens“ erfahren möchtest, findest Du detaillierte Infos in unserem Blog-Artikel Antequera in Spanien – Das Herz von Andalusien.

Blick auf die Alcazaba von Antequera in Spanien bei Sonnenuntergang
Die Alcazaba thront über Antequera

Ronda – Schwindelerregende Baukunst

Zugegeben, viel erleben wir in Ronda nicht. Dafür ist unser Abstecher in die andalusische Stadt, knapp 90 km südwestlich von Antequera, zu kurz.

Sie gilt als eine der größten Orte der „weißen Dörfer“ Andalusiens, trumpft mit zahlreichen, historisch sehenswerten Gebäuden, Palästen, Kirchen und einer reizvollen Altstadt. Doch wir wollen nur „das Eine“.

Einzig das Postkartenmotiv schlechthin ist der Grund, warum wir die Stadt in den Bergen der Sierra de Grazalema und der Sierra de las Nieves, überhaupt besuchen.

Blick auf die Puente Nuevo und die Altstadt von Ronda Andalusien Spanienien
Die Puente Nuevo in Ronda

Die etwa 120 m tiefe Schlucht El Tajo trennt den neueren Teil der Stadt, El Mercadillo, von der Altstadt, La Ciudad. In schwindelerregender Höhe überspannt die Puente Nuevo hier den Río Guadalevín. Mit 98 m Höhe gilt sie bei ihrer Fertigstellung, Ende des 18. Jahrhunderts, als höchste Brücke der Welt.

Beeindruckend erleben wir den Gang über das Bauwerk den Fokus in die felsumrahmte Tiefe gerichtet. Über einen steilen Schotterweg gelangen wir an einen Aussichtspunkt, der nicht ganz einen Frontalblick, aber dennoch ein imposantes Panorama auf die Puente Nuevo eröffnet.

Puente Nuevo Ronda Andalusien Spanien
Schwindelerregend hoch überspannt die Puente Nuevo die Schlucht El Tajo

Nicht weniger Gänsehaut erzeugend aber nimmt uns die Kulisse im Schein der untergehenden Sonne von einer etwas tiefer gelegenen Plattform ein. Hier erst erlangen wir ein Gefühl für die Höhe des Kunstwerks, das erhaben und stolz vor uns in Erscheinung tritt.

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Río Guadalquivir – Eine wilde Naturschönheit

Ein wenig ab der direkten Reiseroute nach Marokko, aber unbedingt erwähnenswert, ist für uns der Westen Andalusiens. Besonders und zutiefst verlockend offenbart sich uns hier eine artenreiche, naturbelassene Flusslandschaft am Ufer des Río Guadalquivirs.

Kaum eine Stunde südwestlich von Sevilla finden wir einen Spot, an dem wir gleich drei Tage am Ufer freistehen. Uns gegenüber grenzt das Naturschutzgebiet Coto de Doñana, was uns in dieser bezaubernden Wiesenlandschaft wohl das I-Tüpferl für die wilde Flora und Fauna dieser Region aufsetzt.

Freistehen mit dem VW Bus T4 California am Rio Guadalquivir Andalusien Spanien
Ein Idyll am Ufer des Río Guadalquivirs

Unsere Tage verbringen wir, untermalt von den Geräuschen der im Wind wehenden, hohen Bäume, dem Singen der Vögel und Klappern der Störche. Diese prägen zahlreich den Ort am fünftlängsten Fluss Spaniens, längsten Andalusiens und einzig schiffbaren Strom des Landes.

Nur wenige Containerschiffe stören die natürlichen Klänge der Tier- und Pflanzenwelt, denn die kurze Passage von der Mündung des Guadalquivirs bei Sanlúcar de Barrameda bis Sevilla ist eine Sackgasse für Hochseeschiffe, die hier nicht weiterfahren können.

Sonnenuntergang über dem Rio Guadalquivir Andalusien Spanien
Der Río Guadalquivir zum Sonnenuntergang

Jerez de la Frontera – Heimat des Sherrys

Eigentlich peilen wir an, uns Sanlúcar de Barrameda anzuschauen, das eine Freundin uns sehr ans Herz legt. Nach einer Stunde Parkplatzsuche, aufgrund von Straßensperren und einer Fiesta am Samstag Nachmittag, ziehen wir irgendwann entnervt von Dannen.

Dann eben Jerez de la Frontera. Heimat und Namensgeber des berühmten Sherrys. Abgeleitet aus dem Arabischen „Sherish“ und dem dem daraus resultierenden alten Namen der Stadt „Xeres“ (gesprochen „Scheres“), entsteht Jerez und der Sherry.

Nur hier und im Städtedreieck mit Sanlúcar de Barrameda und El Puerto de Santa María darf das schmackhafte und hier äußerst beliebte Getränk so genannt werden.

Kathedrale in Jerez de la Frontera Andalusien Spanien
Die Kathedrale in Jerez

Wie unterschiedlich Sherry allerdings mundet, erfahren wir bereits bei Ankunft auf einem, am Stadtrand gelegenen Wohnmobilstellplatz. Der geräumige, saubere Platz liegt etwa eine halbe Busstunde, die Haltestelle befindet sich direkt vor der Haustür, vom Zentrum entfernt.

Hier werden wir herzlich und natürlich mit Sherry willkommen geheißen. Wir haben die Wahl zwischen gleich drei Sorten, frisch gezapft aus großen Eichenfässern.

Nach einer Besichtigung des entspannten Innenstadtkerns von Jerez folgen wir den Empfehlungen unseres Gastgebers und tauchen ein ins „Party-Leben“.

Andrang vor der Tapas-Bar Las Banderillas in Jerez de la Frontera Andalusien Spanien

Eng an eng stehen die Einheimischen bei Wein, Bier und eben auch Sherry, in einer schmalen Gasse, deren Umgebung der Anziehungspunkt für Jung und Alt am Samstag Abend zu sein scheint. Allem voran reihen sich urige Bars, aber auch das eine oder andere Restaurant.

Der Herr am Womo-Platz beschwört uns, in der Tapas-Bar Las Banderillas zu speisen. Ein Hinweis der nicht nur Anklang findet, sondern uns einen außergewöhnlich kulinarischen Höhepunkt beschert und diesen kurzen, aber intensiven Trip nach Jerez de la Frontera perfekt abrundet.

Camping-Tipp: Reisewäscheleine*

Handlich, praktisch, leicht. Mit einer Reisewäscheleine* kannst Du das Mitschleppen von Wäscheklammern vermeiden und Deine Klamotten auch bei Wind trocknen. Die gezwirbelte Leine ermöglicht es Dir nämlich Deine Klamotten einzuklemmen. Weitere Tipps und Empfehlungen zu nützlichen, funktionalen Reiseutensilien findest Du auf unserer Roadtrip Packliste.

Conil de la Frontera – Viva la Vida!

Lebe das Leben! Könnte ein Werbespruch für die westandalusische Atlantikküstenstadt Conil de la Frontera sein. Denn das Leben gilt es hier in vollen Zügen zu genießen.

Das betrifft nicht nur für die charmant offene Atmosphäre, die mit hübschen Häusern, kleinen Bars und Restaurants das Straßenbild in den schmalen Gassen der Altstadt prägt.

Blick auf den weitläufigen Strand von Conil de la Frontera in Mabendlicht Andalusien Spanien
Traumhafte Atlantikküste in Conil de la Frontera

Conil ist ein Paradies für Surfer und Kiter, Wellen- und Windliebhaber. Der lange, feine Sandstrand zieht sich entlang des gesamten Ortes, der auf einer Anhöhe im Glanz der weißen Gebäude erstrahlt. Auch hier gelangen wir mal wieder nur deshalb hin, weil wir einen Schrauber brauchen. Merke: Der (Um-)Weg ist das Ziel!

Inspiriert von der chilligen Stimmung dieses Städtchens bleiben wir und leben das atlantische Leben intensiv. In purem Sonnenschein bei kaltem Bier am Strand. Bei Sturm und Starkregen an die deutsche Nordsee erinnert und mit Standheizung im Bus kauernd. Doch jede Phase versprüht ihren Charme.

Sonnenuntergang am Strand von Conil de la Frontera Andalusien Spanien
Viva la Vida in Conil!

Die Straße von Gibraltar – Ein Blick auf den Affenfelsen

Marokko rückt näher. Spätestens, als wir auf unserem Trip mit dem Wohnmobil nach Spanien den südlichsten Punkt des europäischen Festlands in Tarifa erreichen.

Dort, wo das Mittelmeer und der Atlantik aufeinandertreffen, peitscht der Regen mit Starkwindböen um unsere Nasen, so dass wir Tarifa und seinem Leuchtturm schnell den Rücken zuwenden.

Tarifa Ocean Atlantic Schild Spanien
Wo Atlantik und Mittelmeer sich küssen

Auf dem Weg zu unserer letzten Station in Spanien kaufen wir uns Tickets für die Fähre nach Marokko. Im legendären Ticket-Office von Carlos in Algeciras gibt’s eine Flasche Wein und Kekse on Top.

Ausführlich über die Fährverbindungen nach Marokko berichten wir in unserem Blogbeitrag Fähre nach Marokko – Unsere Erfahrungen und Tipps.

Blick auf die Gibraltar im Andendlicht Andalusien Spanien
Ein Traumspot mit Blick auf den Affenfelsen von Gibraltar

Wir können nun jederzeit nach Afrika übersetzen. Doch zuvor braucht es noch eine Phase, die südliche Mittelmeerküste der Iberischen Halbinsel auf uns wirken zu lassen.

Eine wunderschöner Platz mit Sandstrand und felsigen Abschnitten eröffnet uns den Blick auf die Straße von Gibraltar und den berüchtigten Affenfelsen.

Freistehen direkt am Meer mit dem VW Bus in Andalusien Spanien
Wir verweilen noch ein paar Tage in Spanien, bevor wir nach Marokko übersetzen

Etliche Camper sind hier offensichtlich während der Wintermonate geduldet. Die Guardia fährt ihre täglichen Patrouillen und grüßt freundlich, so dass wir uns ganz entspannt länger an diesem Ort aufhalten bis der Roadtrip durch Marokko unsere Reise mit dem Wohnmobil nach Spanien ablöst.

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Mit dem Wohnmobil nach Spanien – Unser Fazit

Mit dem Wohnmobil nach Spanien zu reisen ist die beste Entscheidung, die wir treffen können, als wir im Herbst in Deutschland aufbrechen.

Der südeuropäische Staat überrascht und fasziniert uns gleichermaßen. Wir entdecken eine breite Facette unterschiedlicher Landschaften und Regionen.

Lassen uns von spektakulären Bergwelten beeindrucken, von charmanten Orten einfangen und traumhaften Küsten bezaubern. Wir entdecken magische Plätze, die uns den Roadtrip mit dem Camper durch Spanien versüßen und ihn einzigartig und außergewöhnlich werden lassen.

Unser Fazit lautet klar und deutlich: Immer wieder! Unsere Empfehlung: Mach Dich auf, den Süden Europas ohne Flugzeug zu entdecken und beginne schon jetzt Deinen Spanien Roadtrip zu planen! Meidest Du die Sommermonate und die Hochsaison eröffnen sich vielfältige Orte Dein Camperleben frei genießen zu können.

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2 Kommentare

Jochen 25. April 2023 - 4:51 pm

Danke für den langen und ausführlichen Reisebericht. Den habe ich mir gleich nach dem Lesen abgespeichert, denn im September geht es für uns 4 Monate durch Spanien. Danach erkunden wir Marokko. Prima das ihr auch mögliche Übernachtungsplätze mit angeht. Das hilft ungemein.

Antworten
Edith 27. April 2023 - 1:16 pm

Hallo Jochen,
freut uns, dass wir bei der Planung hilfreich sein können und Dir ein paar Infos mit auf den Weg geben können. Wir wünschen Euch auf jeden Fall ganz viel Spaß und viele, überraschende Entdeckungen in Spanien und eine abenteuerreiche Zeit in Marokko.
Edith und Stephan

Antworten

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