Eiskalt erwischt – Neuseeland im Herbst

Neuseeland im Herbst – Doch nicht nur zum Visa-Run

Eigentlich weiss ich es besser. Schliesslich bin ich es, deren Neuseeland-Erinnerungen im tiefen Winter (Juli) eng mit dem Kauf warmer Kleidung und frostigen Nächten einhergehen. Aber Neuseeland nur zum Visa-Run? Das geht doch nicht. Spätestens als unser Reise-Kumpel Darryn, den wir vor mehr als 1 1/2 Jahren in Xingping in China kennenlernen, uns von seinem Heimatland vorschwärmt, sind wir Feuer und Flamme. Als uns dann auch noch die Einladung erreicht, wir könnten bei seiner Mom wohnen, fällt die Entscheidung. Wir wagen tatsächlich eine Reise nach Neuseeland im Herbst. Eine Flugreise wohlgemerkt. Der erste Flug und somit auch das Ende und der Abschluss des Projektes SmartDownUnder – Auf dem Land- und Seeweg von Köln nach Australien.

Neuseeland im Herbst – Nicht nur eine Farbenpracht

Die klimatischen Bedingungen der Bergregionen auf der Südinsel schwanken zu dieser Jahreszeit zwischen warmen, sonnigen Tagen und bitterkalten Nächten. Aber irgendwie ist der Wetter-Wurm drin in unserem Neuseeland-Abenteuer. Denn nicht nur auf der Südinsel, auch während unseres Aufenthaltes auf der Nordinsel ist der Regen der Stimmungskiller schlechthin.

Neuseeland im Herbst - Irgendwie ist der Wetterwurm drin

Zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt wechseln die Gefühle wie auch die Wetterlage während unseres einmonatigen Aufenthalts am Ende der Welt. Aber, was wäre eine Reise nach Neuseeland im Herbst, wenn da nicht auch die Erinnerungen an diese frische, klare Luft und diese ungeheuer volle Farbenpracht blieben. Was wäre Neuseeland, wenn wir nicht auch kleine und grössere Wunder der Natur zu Gesicht bekämen und uns über die Schönheit unseres Planeten erfreuen könnten.

Aoraki Mount Cook National Park

Eine One-Man-Show in der Einsamkeit

Neuseeland im Herbst ist dort, wo der Geruch von faulen Eiern in den Hintergrund rückt, weil wir uns inmitten einer verwunschenen Welt der Geysire wiederfinden. Wo glasklare Seen in der Sonne glänzen und sich das Panorama der Berge darin spiegelt. Wo die beissende Kälte auf der Nasenspitze nicht mehr stört, weil die Kulisse ein Traum ist. Wo sich die nebelverhangenen Gipfel von ihrem Wolkenschleier befreien und wir uns an herrlichen Ausblicken erfreuen.

Wo wir Wanderungen unternehmen und uns von der seltenen Wärme der Sonnenstrahlen verwöhnen und einlullen lassen. Wo wir endlich die wenigen einsamen und menschenleeren Orte finden und uns die Ehre einer kleinen Seelöwen-One-Man-Show zuteil wird. Aber auch dort, wo hunderte putziger Robben in den Blick tausender Touristen gelangen.

Wenn die Natur die Kontrolle übernimmt 

Doch Neuseeland im Herbst ist auch dort, wo es vorrangig ziemlich kalt ist. Der eisige Wind erwischt uns am Tage und am Abend ist es drinnen genauso kalt wie draussen. Drinnen meint diesmal einen für unsere Verhältnisse richtig grossen Camper, den wir uns zumindest für die Zeit auf der Südinsel gönnen.

Auch ein großer Camper schützt vor Kälte nicht

Aber irgendwie geht das Konzept nicht auf. Im riesigen Innenraum kann sich kein noch so kleines Fünkchen warme Luft stauen. Und so sehr uns der Wagen innen vor Regen zu schützen vermag, wenn der Sturm losbricht ist bei einer solchen Angriffsfläche auch nicht mehr gut Kirschen essen. Schon unsere erste Fahrt entpuppt sich als Kraftakt sondergleichen. Die drastischen Wind-, nein Sturmböen fordern jegliche Konzentration und ein krampfhaftes Umklammern des Lenkrads. Einige Nächte später, die Elemente der Natur rütteln und schütteln nur so am Fahrzeug, bekunde ich erhebliche Zweifel, ob wir am folgenden Morgen überhaupt noch stehen. Da wünsche ich mir dann doch unser geliebtes Spaceship zurück.

Kiwi-Freundlichkeit

Doch was Neuseeland wirklich ausmacht sind die Menschen, denen wir begegnen. Und damit meine ich nicht hundertausende von Touristen, die selbst Neuseeland im Herbst und nahenden Winter in ihren Campern bereisen. Wir sind da ja keine Ausnahme. Aber schön ist das nicht! Nein, ich meine natürlich die Kiwis, wie die Einheimischen sich selbst liebevoll nennen. Schon allein unsere Ankunft am Flughafen von Wellington zeigt uns, dass die Welt auch gut sein kann. Es regnet mal wieder Bindfäden. Es ist dunkel und wir müssen mindestens mal drei Kilometer bis zur Autovermietung zurücklegen. Erst suchen wir die Bushaltestelle, später entscheiden wir doch ein Taxi ausfindig zu machen. Aber nein. Irgendein netter Mann beobachtet unser wirres Treiben im strömenden Regen offensichtlich. Er hält an, fragt, wo wir hin müssen und fährt uns bis vor die Haustür der Autovermietung. Einfach so. Aus purer Menschenfreundlichkeit. Danke! 

Es regnet Bindfäden bei unserer Ankunft in Wellington

Zuhause bei echten Kiwis 

Dass es noch freundlicher und noch herzlicher geht, erfahren wir jedoch in den kommenden Tagen. Wir lassen das Camperleben hinter uns und fliegen auf die Nordinsel, wo ein kleines Mietauto und einige schnuckelige Aibnb´s auf uns warten. Wirklich Zuhause aber fühlen wir uns nur bei Sylvia und Ray, die uns, ohne uns vorher zu kennen, aufs Wärmste willkommen heissen. Darryn´s Mom und ihr Mann leben in einem der Vorstädte Wellington´s und trumpfen mit allem auf, was Gastfreundschaft nur ausmachen kann. Lassen wir das wunderbare Haus, den grossartigen Blick auf das Meer, die vielen Köstlichkeiten, die die Beiden offerieren mal kurz aussen vor. Sylvia und Ray sind die wohl grosszügigsten, liebevollen, interessiertesten und zugleich offensten Gastgeber ever. Für uns ist die Zeit hier, das Highlight unseres Neuseelandaufhaltes schlechthin. Ein echtes Kiwi-Experience.

Abschied von Sylvia und Ray

Vorfreude auf das nächste Ziel

Trotz dieser wundervollen Erfahrungen drängt die Vorfreude auf unser nächstes Ziel schon ziemlich in den Mittelpunkt. Wir entscheiden noch einmal nach Australien zu reisen. In den nördlichen Regionen des Roten Kontinents beginnt die ideale Reisezeit. Nachdem wir bereits auf unserer letzten Etappe über die Great Ocean Road nach Melbourne in Australien wirklich Pech mit dem Wetter haben, wünschen wir uns endlich wieder Sonnenschein und eine heisse Solardusche! 

Ein guter Reiseführer gehört ins Gepäck

Ein guter Reiseführer im Gepäck ist für uns unerlässlich. Dabei liegen uns gar nicht so sehr die Unterkunfts- oder Restaurantempfehlungen am Herzen. Vielmehr nutzen wir unseren Reiseführer, um mehr über Land und Leute zu erfahren und uns eine erste und manchmal auch zweite Orientierung zu verschaffen.

Unsere Wahl für Neuseeland ist der Stefan Loose Reiseführer, der viele Fotos, Hintergrundinformationen und hilfreiche Tipps für Neuseeland bietet.

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