Insel Olchon im Baikalsee – Unberührte Natur und Tourismusboom

von Edith
Insel Olchon im Baikalsee - Russland

Die Insel Olchon im Baikalsee

Wir sind auf der Insel Olchon im Baikalsee in Sibirien, Russland. Mit mehr Alter von mehr als 25 Millionen Jahren und einer maximalen Tiefe von 1642 m ist der Baikalsee der älteste und auch tiefste See der Erde. Auf einer Höhe von 455,5 m über dem Meeresspiegel bildet die Wasseroberfläche des Baikalsees ein Ausmaß von über 31.000 Quadratkilometern und umfasst eine Uferlinie von etwa 2125 km. Gemessen an seinem Volumen ist der Baikalsee mit weit mehr als 23.000 Kubikkilometern das größte Süßwasserbecken unseres Planeten. Die Temperaturen rund um den Baikalsee herum liegen im Winter im Schnitt bei -20 Grad Celsius, in den Tälern fallen sie zum Teil sogar bis auf – 50 Grad Celsius. Hier liegt von Mitte November bis Anfang April noch Schnee. In den Bergen ist dieser über 9 Monate im Jahr bis Ende Juni vorhanden.

Chuschir auf Olchon im Baikalsee

Dieser kleine Ausflug in Fakten und Daten über den Baikalsee, helfen vielleicht dabei, sich Chuschir, den Hauptort der Insel Olchon, besser vorzustellen. Denn entbehrungsreiche Zeiten sind den Bewohnern des der Insel, vor allem in den langen Wintermonaten, sicher nicht unbekannt. Möglicherweise ein Grund, weshalb Chuschir, dass keine 1500 Einwohner zählt, trost- und farblos, aber rustikal und robust auf uns wirkt.

Die holzgetäfelten und nach sibirischer Tradition gebauten, durchaus hübschen Häuschen auf der Insel Chuschir, können den Anschein der Verlorenheit nicht wett machen, den der Ort ausstrahlt. Dunstverhangen liegen die kleinen Gebäude verstreut zwischen Wellblechzäunen, Erdlöchern, Müllablagerungen und ungenutzter trister Brachlandschaft.

Blick auf den Ort Chuschir auf der Insel Olchon

Die Unterkünfte der Insel Olchon – Urlaub am Baikalsee

Und dennoch beginnt hier der russische Touristenboom. Scharen von Familien, Paaren und Freundesgruppen treffen sich hier, um Urlaub am Baikalsee zu machen. Souvenir- und Lebensmittelstände, mobile Saunafahrzeuge und sogar eine Wasserrutsche scheinen extra für die Sommermonate am Strand von Chuschir installiert worden zu sein.

Mobile Sauna auf der Insel Olchon im Baikalsee

Unsere Unterkunft, das Nikita’s Homestead in Chuschir, wirkt mehr wie ein „All-inclusiv-Holiday-Club“, als eine aufgehübschte, sibirische Übernachtungsmöglichkeit, die es eigentlich ist. Die anderen Unterkünfte auf der Insel Olchon sind hingegen schlicht, meist gibt es nur einen Wasserhahn und einen Plumpsklo im Garten. Essen, Trinken und Sporteln sind offenbar die Hauptaktivitäten der Besucher, durch deren Anwesenheit die Strände noch nicht überfüllt sind. Lange wird dies aber sicher nicht mehr dauern.

Mit der Fähre auf die Insel Olchon

Ein Indiz hierfür sind schon heute die hochfrequentierten Fähren, die zwischen dem Festland und der Insel Olchon auf dem Baikalsee verkehren. Derzeit stehen eine kleine und eine größere zur Verfügung. Wladimir erwähnt, dass eine Dritte Fähre bereits einsatzbereit ist, aber im administrativen Dschungel russischer Bürokratie wartet. Und so bilden sich schier endlose Auto-, Minibus- und Versorgungstransporterschlangen an den Anlegestellen am Baikalsee.

Auf der Hinfahrt erleben wir offenbar den „worst case“: 5 1/2 Stunden des Wartens bis wir endlich auf die Insel Olchon übersetzen können. Trotz der aktuell nur zwei betriebenen Fähren, ist deren Verkehr logistisch gesehen sicher ausbaufähig.

Natur pur am Baikalsee

In Ermangelung eines eigenen Fahrzeuges haben wir leider nur die Umgebung um den Ort Chuschir herum auskundschaften können. Weite Wälder und schroffe Felsen machen die Natur hier zu einem Erlebnis. Wildes Campen auf der Insel Olchon ist offenbar noch erlaubt und wird auf Pinien bewachsenen Felsvorsprüngen und Anhöhen ausgiebig betrieben. Am Horizont ist eine nebelverhangene Bergkette auszumachen. Weiße Strände und fast menschenleere, kleinere Buchten schlängen sich am Ufer des Baikalsees entlang.

Spätestens, als die Brandung wohlig in unseren Ohren klingt, fühlen wir uns, als seien wir am Meer. Lange Spaziergänge und abends ein Bierchen auf der Klippe haben uns schöne Stunden auf der Insel beschert

Die Insel Olchon im Baikalsee – Wir werden nicht warm

Unser Wunsch, hier länger zu verweilen, hat sich für uns in Luft aufgelöst. Dies liegt hauptsächlich daran, dass uns Chuschir und damit unsere Basis, gänzlich nicht anspricht.

Einerseits befinden wir uns in einem Dorf, das infrastrukturell kaum erschlossen ist, was eigentlich für die Authentizität dieses Ortes sprechen sollte. Andererseits boomt hier ein eigenartiger Tourismus. Vielleicht ist aber auch genau dies authentisch und typisch für diesen Teil der Welt. Und vielleicht ist uns die Mentalität der russischen Bevölkerung an dieser Stelle zu fremd, als dass wir dies einordnen und schätzen können.

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1 Kommentar

Steffi 7. August 2016 - 9:13 am

Liebe Edith, lieber Stephan,
wieder mal toll, Eure Reise zu verfolgen! Vielen Dank für´s Teilen! Und lasst es Euch weiterhin gut gehen! Steffi

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