Darwin, Cairns

Unsere letzte Spur in Australien – Ein Roadtrip von Brisbane ins Northern Territory

Rote Erde, Staub, Dreck – Der letzte Roadtrip von Brisbane ins Northern Territory

Rote Erde, Staub und Dreck. Das ist Zuhause! Doch bei 30 Grad Celsius und mehr macht auch eine Solardusche nur dann wirklich Spass, wenn abends noch eine warme Brise weht. Sobald aber die Sonne untergeht fallen auch Temperaturen im tropischen, australischen Winter. Und da die Flüsse meist eher zum Krokodil-Knutschen als zum entspannten Baden einladen, wird „Katzenwäsche“ mein neues Lieblingswort. Warum tun wir uns das eigentlich an? Schon wieder ein Spaceship und schon wieder im Camping-Modus. Natürlich, weil wir verliebt sind in Australien. Unsere letzte Spur über den Roten Kontinent hinterlassen wir auf einem Roadtrip von Brisbane ins Northern Territory und zurück nach Cairns. Knapp 10000km in gut sechs Wochen. Eine Reise in die Freiheit und die Natur beginnt, als wir Neuseeland im Herbst den Rücken kehren.

Gegen unsere Grundsätze – Tausende Kilometer in kurzer Zeit

Für unsere Verhältnisse reisen wir erstaunlich schnell, eigentlich gegen unsere Grundsätze, und überwinden riesige Distanzen in kurzer Zeit. Aber vielleicht ist dieses Phänomen auch dem Kontinent geschuldet. Australien offeriert seinen Besuchern hochkarätige Attraktionen, die in vielen tausend Kilometern Entfernung zueinander liegen. Und trotz der weiten Strecken möchten wir, dass der Weg das Ziel bleibt und entscheiden uns für einen weiteren Camping-Trip ab Brisbane.

Die Glass House Mountains unweit von Brisbane sind unser erstes Ziel

Gleich hinter der Stadt stoppen wir bei den grandiosen Felsformationen der Glasshouse Mountains, bevor wir uns entlang der fürchterlich bevölkerten, touristisch eingenommenen und völlig überlaufenen Küste in Queensland langsam durch die Weiten des Outbacks auf unseren letzten Roadtrip von Brisbane ins Northern Territory hangeln.

Outback pur – Nur wir und das grosse Nichts!

Wir sind schon mehr als eine Stunde unterwegs. Irgendwo im Nichts des australischen Outbacks. Neben Emus, Kängurus und vereinzelten Briefkästen der weit entlegenen Farmen sehen wir nur die rote Staubpiste. Selbst die Offline-Navigation setzt irgendwann aus. Doch hier soll der Starlight Lookout liegen. Unser Ziel, von dem wir befürchten, es gar nicht mehr bis zum Sonnenuntergang  zu finden.

Alleine im Outback - Starlight Lookout

Doch schliesslich, das letzte Licht erstreckt sich über die rote Erde, erreichen wir einen kleinen Hügel inmitten der Wüstenlandschaft des Outbacks. Kein anderer Mensch. Nur das Rauschen des Windes und vereinzelte Tierlaute sind zu hören. Über uns öffnet sich langsam ein gigantischer Sternenhimmel, dessen Anblick wir bis in den späten Abend in völliger Ruhe und Abgeschiedenheit geniessen. Eine unbeschreibliche und ganz wundervolle Erfahrung.

Der Starlight Lookout hält, was er verspricht!

Karlu Karlu zieht uns in den Bann

Unser Weg führt uns über Mount Isa, die einzige grössere Ortschaft, seit wir die Küstenregionen verlassen, die wir auf unserem Roadtrip von Brisbane ins Northern Territory passieren. Stück für Stück tasten wir uns voran zum Top End. Die einzigartigen Felsformationen Karlu Karlu (auch Devils Marbles genannt) nahe Tennant Creek ziehen uns kurzzeitig in ihren Bann, bevor wir schliesslich den Weg bis Katherine antreten. Die Umgebung der Stadt hält uns während unseres Roadtrips von Brisbane ins Northern Territory gleich mehrere Tage fest.

Meine frische Oase – Die „Edith Falls“

Planschen wir südlich noch in den heissen Quellen von Mataranka, wartet nördlich von Katherine ein Spot auf uns, der seinem Namen alle Ehre macht. Eigentlich versuche ich mich da ja politisch korrekt und verwende normalerweise nur den Namen der Aborigines für die Orte, die wir besuchen. Bei den Leliyn Falls aber muss ich passen. Denn der, den Wasserfällen von weissen Siedlern übergestülpte Name, ist ausnahmsweise mal etwas besonders. Für mich zumindest, deren antiquierter Rufname doch im Alltag eher Seltenheitswert hat. Diese frische Oase aber heisst tatsächlich „Edith Falls“. Ein Grund mehr an diesem wundervollen Ort einen chilligen Spazier- und Schwimmtag einzulegen.

Edith Falls - Der Name ist Programm

Die Edith Falls sind aber nicht das einzige Paradies, dass wir im Nitmiluk National Park erkunden. Zurecht stellen sich die Nitmiluk Gorges (immer noch weitaus bekannter unter ihrem Namen Katherine Gorges) als Hauptattraktion in den Vordergrund. Frisch und klar bahnt sich der Lauf des gleichnamigen Flusses durch die grobfelsigen, tiefen Schluchten, deren fantastische Kulissen und Wandermöglichkeiten auch unsere Entdeckerlust wecken.

Auf zum Top End – Zwischen Litchfield und Kakadu Nationalpark

Sie gehören zu den Highlights des Top Ends. Nicht umsonst führt unserer Roadtrip von Brisbane ins Northern Territory. Steht der Litchfield Nationalpark auch ein wenig im Schatten seines grossen Bruders, würde ein Vergleich zum berühmten Kakadu Nationalpark hinken. Unterschiedlicher könnten die Parks kaum sein. Kommt mir im Lichtfield die Assoziation zu Ausflügen an einen Badesee, erinnert der Kakadu Nationalpark doch mehr an ein grosses Freiluft-Kulturzentrum.

Badespass im Litchfield Nationalpark

Eindrucksvolle Wasserfälle und grosse, krokodilfreie Naturpools laden Einheimische und Touristen gleichermassen zum Entspannen und Verweilen ein. Nicht umsonst ist der Litchfield Nationalpark auch ein Mekka für zahlreiche Backpacker-Truppen, die sich mit Kaltgetränken schon am frühen Mittag im Wasser aalen. Der Kakadu Nationalpark hingegen präsentiert sich uns vor allem als gigantisches Museum über die Kultur der Aborigines mit einer Vielfalt an Felsmalereien. Grossartige Ausblicke offerieren sich uns an leider sehr überlaufenen Zielen. Doch die richtigen Abzweige führen uns selbst in diesem touristisch hochfrequentieren Nationalpark in noch ruhige und menschenleere Ecken.

Mückenplage wie noch nie am Corroboree Billabong

Während wir auf unserem Roadtrip von Brisbane ins Northern Territory die unterschiedlichsten Vegetationszonen passieren, durchleben wir auch so ziemlich jede Temperaturphase. Ziemlich kalte, verregnete Tage an der Küste gehen einher mit brennend heiss-trockenen Zeiten im Outback. Die Wetlands im Northern Territory aber sind, wie der Name schon sagt, nicht nur heiss, sondern auch feucht. Unsere beiden Sunset- und Sunrise-Bootstouren am Corroboree Billabong durch die Flusslandschaft des Mary River Nationalparks gehören zu den Höhepunkten unseres Aufenthaltes im Top End. Prägend aber bleiben hier, wie auch im Kakadu Nationalpark, mückengeplagte Abende in Erinnerung, wie wir sie selbst in heftigen Regenzeiten anderswo auf der Welt noch nie erlebt haben.

Windige Tage am Archer´s Point

Schliesslich führt uns unser Roadtrip von Brisbane ins Northern Territory aber zurück nach Queensland. Durch unser geliebtes Outback nehmen wir den Weg über den Savannah Highway in Richtung Cairns. Doch bevor unsere Reise durch Australien hier endet, verbringen wir noch einige von der Seeluft durchpustete Tage am Meer. Weg von den Touristenmassen, die uns rund um Cairns begegnen, sind die kleine, von heftigen Winden geprägte Stadt Cooktown und der nahegelegene Archer´s Point geradezu eine Idylle. Direkt am Strand können wir noch einmal Australien einatmen und geniessen, bevor wir uns zur letzten Destination aufmachen.

Immer von heftigen Winden umweht - Der Archer´s Point

Ein gebührender Abschied: Unsere letzte Nacht in Sheryl´s Garten 

Endstation. Sheryl´s Garten. Wieder einmal erfahren wir australische Gastfreundschaft vom Feinsten. Sheryl und ihr Mann, die in Cooktown leben, sind eigentlich nur eine flüchtige, aber super nette Smalltalk-Bekanntschaft. Nur durch Zufall treffen wir Sheryl in der Stadt wieder. Stephan scheint sein charmantestes Lächeln aufzusetzen, denn Sheryl offeriert uns, die Nacht vor unserem Abflug, im Garten ihres Hauses in Cairns verbringen zu dürfen. Ein privater Campingplatz und ein eigenes Badezimmer. Das ist nicht nur purer Luxus, sondern zugleich ein gelungener und gebührender Abschied aus Australien!

Ein guter Reiseführer gehört ins Gepäck

Ein guter Reiseführer im Gepäck ist für uns unerlässlich. Dabei liegen uns gar nicht so sehr die Unterkunfts- oder Restaurantempfehlungen am Herzen. Vielmehr nutzen wir unseren Reiseführer, um mehr über Land und Leute zu erfahren und uns eine erste und manchmal auch zweite Orientierung zu verschaffen.

Unsere Wahl für Australien ist der Stefan Loose Reiseführer, der viele Fotos, Hintergrundinformationen und hilfreiche Tipps für Australien bietet.

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