Wieder eine Schleife – Der Loop zum Tad Lo auf das Bolaven Plateau

von Edith

Aufbruch auf den Bolaven Plateau Loop

FrĂŒh am Morgen nach der Ankunft von Ilona und Florian starten wir mit AmĂ©lia (fĂŒr alle, die es noch nicht mitbekommen haben, AmĂ©lia ist unser Motorrad und Ilona und Flo unsere Freunde aus Heidelberg) und einem gemieteten Scooter von Pakse zum Bolaven Plateau Loop. Und so brausen wir gemeinsam raus aus der Stadt und den verkehrsreichen Vororten bis wir auf eine ruhigere Nebenstrasse gelangen, die durch Felder und Kaffeeplantagen zum kleinen Dörfchen Sen Vang fĂŒhrt. Weitaus bekannter unter dem Namen Tad Lo ist Reisenden dieser Ort, dessen gleichnamiger Wasserfall das eigentliche Ziel vieler Touristen ist. Wir haben Tad Lo zu unserer Basis auserkoren, teilen uns eine hĂŒbsche Veranda mit Blick auf den Wasserfall und bleiben drei NĂ€chte im Dorf.

Bolaven Plateau Loop – Baderituale am Tad Lo

Oberhalb des Dorfes stĂŒrzt der Tad Lo in die Tiefe. Die auslaufenden, felsigen Treppen des Wasserfalls unterhalb der Tad Lo Lodge werden am spĂ€ten Nachmittag zum Schauplatz des fĂŒr die Touristen so spannenden Elefantenwaschens. Besonders Ilona fiebert diesem Ereignis entgegen, denn die DickhĂ€uter in so unmittelbarer NĂ€he betrachten zu können, ist ein Erlebnis. GlĂŒcklicherweise erreichen wir den Badeplatz noch, kurz bevor der Waschtag fĂŒr die grauen Riesen endet. Ilona fotografiert zufrieden weiter, als die Elefanten sich im letzten Tageslicht den Touristen noch einmal zur Schau stellen.

Mit der ZahnbĂŒrste zwischen den Lippen

Dort, wo der Tad Lo in ruhigerem Tempo den Ort passiert, spielt sich am Flussufer das alltĂ€gliche Leben der Einheimischen ab. Die Frauen schrubben die WĂ€scheberge der Familie. Menschen jeden Alters, die Damen im Sarong, fĂŒhren hier ihre Morgen- und/ oder Abendtoilette durch, die ZahnbĂŒrste zwischen den Lippen, den Schwamm in der Hand. Kinder tummeln sich im Wasser. Idylle scheint mir ein sehr angebrachtes Wort, um dieses Fleckchen Erde zu umschreiben. Der Ort um den Tad Lo herum wirkt heute ebenso authentisch und verschlafen, wie vor sechs Jahren, als Stephan und ich zum ersten Mal hier waren.

Der Loop auf dem Bolaven Plateau

Es ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass der Loop auf dem Bolaven Plateau sich zu einem der Highlights der Individualreisenden entwickelt hat. Die Rollertour kann in nur zwei Tagen mit Übernachtungsstopp in Tad Lo unternommen werden, ist aber auch ausdehnbar auf einen Drei- Tagestrip, wenn man die große Schleife ĂŒber Xekong fĂ€hrt. FĂŒr uns ist klar, wir fahren den kleinen Loop, bleiben aber lĂ€nger am Tad Lo, denn das Örtchen lohnt den Aufenthalt. Das angenehme Klima auf dem Bolaven-Plateau bietet die Basis fĂŒr den Kaffeeanbau, der die Touristen auf die weitlĂ€ufigen Plantagen zieht. Aber auch die Natur lockt. In krĂ€ftigen GrĂŒntönen leuchten jetzt, kurz nach der Regenzeit, dicht bewaldete FlĂ€chen und Felder.

Ein ziemlich schweißtreibender Dschungeltrek

Ein Grund mehr fĂŒr uns, die Natur nĂ€her zu erkunden. Ilona und Flo treiben uns an, aus unserem Loch der ReisemĂŒdigkeit heraus zu kommen. Eine Tageswanderung in den Dschungel steht an. Ziemlich anstrengend, wie wir feststellen mĂŒssen. Die Pfade mĂŒssen zum Teil freigelegt werden, die Wege sind steil und zwingen uns oft, kleine Kletterpartien einzulegen. Vorbei an einem Wasserfall gelangen wir zur Mittagspause an einen hĂŒbschen, einsamen Picknickplatz. Es ist aber noch nicht einmal die HĂ€lfte der Tour geschafft.

Der Weg fĂŒhrt uns auf eine Hochebene bis in ein abgelegenes Dorf, indem wir noch einmal KrĂ€fte tanken. Durch Erdnuss-, Kardamon- und Kaffeeplantagen zurĂŒck, erreichen wir kurz vor der Dunkelheit unseren Ausgangspunkt.

Unterwegs dĂŒrfen wir uns glĂŒcklich schĂ€tzen, Florian bei uns zu haben. Das professionelle Pflanzenwissen des GĂ€rtners spickt die Wanderung immer wieder mit interessanten Fakten, die mir jedenfalls sonst nicht untergekommen wĂ€ren. Überhaupt eine spannende FĂŒgung, denn auch Ilona ist weitaus naturkundiger als ich und beeindruckt mich immer wieder mit ihrem Wissen ĂŒber die verschiedenen GewĂ€chse.

Das gute Morgenlicht

FrĂŒh morgens und am spĂ€ten Nachmittag ist das Licht zum Fotografieren am Besten. Eine Faustregel, die uns seit Jahren auf unseren Reisen begleitet und der wir fleissig nachgehen, was ich anfangs aber eher als sehr anstrengend empfunden habe. In diesen Genuss kommt nun auch Florian. Denn, gemĂ€ĂŸ der Regel stehen Stephan und ich an manchen Orten sehr, sehr frĂŒh auf, um im ersten Morgenlicht durch die Strassen zu ziehen und das Leben in Bildern festhalten zu können.

Ilona kann sich hier als begeisterte Fotografin nur anschliessen, was den einen oder anderen Urlaubstag fĂŒr ihren Freund, der natĂŒrlich auch miterleben möchte, was am Morgen so geschieht, zu einer kleinen, morgendlichen Qual werden lĂ€sst.

Der obligatorische Marktbesuch

Selbst nicht den Finger am Auslöser, geniesse ich diese frĂŒhen Morgenstunden mittlerweile sehr und sauge diese besonderen und wertvollen Stunden meines Tages geradezu auf. Es beglĂŒckt mich ungeheuer, das frĂŒhmorgendliche Erwachen der Menschen und der Orte, die wir aufsuchen, erleben zu können. Und auch am Tad Lo beseelt mich der Rundgang zum Sonnenaufgang durchs Dorf mal wieder völlig. Wenn Schritt fĂŒr Schritt der Tag erwacht und das Leben der Einheimischen den gewohnten, langsamen Gang geht. In vollkommener Ruhe verrichten alle ihre tĂ€glichen Aufgaben. Die wenigen Novizen begeben sich auf ihren Almosengang, die Kinder bereiten sich auf die Schule vor, der erste Duft nach Feuer von dort, wo gekocht und gegrillt wird, steigt mir in die Nase.

Vom Auspuff geknutscht auf dem Bolaven Plateau Loop

Der eher unspektakulĂ€re Besuch einer Kaffeeplantage wird auf der RĂŒckfahrt nach Pakse vom Genuss eines echten Lao Kaffees ĂŒbertrumpft. In einem kleinen CafĂ© am Strassenrand brĂŒht die Besitzerin die selbstgerösteten Kaffeebohnen frisch auf.

FĂŒr mich eine wohltuende Pause, die ich im Nebel, etwas abseits vom Geschehen erlebe. Zum zweiten Mal seit wir AmĂ©lia besitzen habe ich nun schon den Auspuff geknutscht. War die erste BerĂŒhrung noch zĂ€rtlich und zaghaft, ist der zweite Kuss feurig und leidenschaftlich. Ein großes Brandmal ziert meinen Unterschenkel und versetzt mich, dank einer starken Schmerztablette, kurzfristig in eine rosa- rote Traumwelt.

Hier geht es weiter.

Ein guter ReisefĂŒhrer gehört ins GepĂ€ck

Ein guter ReisefĂŒhrer im GepĂ€ck ist fĂŒr uns unerlĂ€sslich. Dabei liegen uns gar nicht so sehr die Unterkunfts- oder Restaurantempfehlungen am Herzen. Vielmehr nutzen wir unseren ReisefĂŒhrer, um mehr ĂŒber Land und Leute zu erfahren und uns eine erste und manchmal auch zweite Orientierung zu verschaffen.

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2 Kommentare

Bianca Mo. 15. Januar 2017 - 10:35 pm

Hallo Edith und Stephan!

Ich habe vor ziemlich genau einem Jahr ebenfalls eine Mopedtour in Laos gemacht; allerdings nicht den Loop von Pakse auf dem Bolaven-Plateau, sondern von Thakhek aus zur Konglor Höhle und von dort aus wieder zurĂŒck.
Mann waren das verrĂŒckte und ereignisreiche Tage!

Wart ihr dort auch unterwegs oder plant ihr ev. den 4-Tages-Loop zu machen? Wenn ihr die Zeit dazu habt, kann ich es nur empfehlen! Die Landschaft ist einfach nur der Wahnsinn! Die Mopedtour zÀhlt zu den Highlights meiner sechsmonatigen Asienreise!

Liebe GrĂŒĂŸe Bianca

Antworten
herbb 29. MĂ€rz 2017 - 11:15 am

hallo, ein interessanter und schöner Artikel zur Bolavenrunde. Ich hab Tad Lo auch sehr genossen. Besonders die von euch geschilderte Abend- und Morgenstimmung war unvergleichlich.

Hier könnt ihr meine EindrĂŒcke nachlesen.

http://www.servus-servus.de/mit-dem-motorrad-auf-dem-bolaven-loop/
Gruß

Herbb

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